Mehr Planungssicherheit für Milchbetriebe soll das festpreisbasierte Abrechnungsmodell der Hohenloher Molkerei bringen.
Mehr Planungssicherheit für Milchbetriebe soll das festpreisbasierte Abrechnungsmodell der Hohenloher Molkerei bringen. (Foto: Franziska Kraufmann / dpa)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Interessierte Betriebe müssen eine E-Mail an die Adresse festpreis@hofgut.net schicken. Die Molkerei antwortet darauf mit einer Mail, mit der die Erzeuger ihr Profil auf der Online-Plattform freischalten können. Dort sind auch die Nutzungsbedingungen und der Rahmenvertrag für das Abrechnungsmodell hinterlegt.

Die Hohenloher Molkerei aus Schwäbisch Hall bietet den Milchbauern der Region ein neues Abrechnungsmodell an. Bis zu 30 Prozent ihrer jährlich erzeugten Milchmenge können die Bauern künftig zu einem Festpreis verkaufen, der bis zu zwölf Monate lang gilt. Dieser Festpreis wird monatlich von der Preisentwicklung an der Leipziger Terminbörse EEX abgeleitet.

Nach Auskunft der Hohenloher Molkerei soll das börsenbasierte Festpreismodell das etablierte System ergänzen. Beim herkömmlichen Verfahren wird einmal im Monat der Milchpreis festgelegt und an die Erzeuger ausbezahlt. Da der Preis von Monat zu Monat schwankt, können die Betriebe bestenfalls nur sehr vage langfristig planen.

„Keine Milch-Flatrate“

Mit dem Festpreismodell sollen die Bauern zumindest für einen Teil der Milchmenge mehr Planungssicherheit erhalten, erläutert Joel Küstner, der bei der Hohenloher Molkerei für die Beratung der Milcherzeuger zuständig ist. Laut Küstner handelt es sich aber nicht um eine „Milch-Flatrate“, bei der sich die Molkerei verpflichtet, zwölf Monate lang dieselbe Menge zum gleichen Preis abzunehmen.

Vielmehr bündelt der Schwäbisch Haller Betrieb die Milchmengen der Erzeuger, die dann an der Leipziger Warenterminbörse EEX platziert werden. Einmal im Monat wird ein Festpreis ermittelt, den die Molkerei ihren Erzeugern anbietet. Die Betriebe haben nun die Möglichkeit, über ein Online-Portal Milchmengen bis zu zwölf Monate im Voraus zu diesem Preis abzugeben. Wie Küstner erläutert, können sich die Bauern dabei auf bestimmte Monate beschränken. Falls sie zum Beispiel nur für Mai, August und September ihre Milch zum Festpreis vermarkten wollen, können sie das tun.

Dies geschieht jeweils am dritten Mittwoch eines Monats. Ein bis zwei Tage vorher erfahren die Milcherzeuger, wie hoch der Festpreis ausfällt. Dann können die Landwirte entscheiden, ob und wie viel Milch sie anbieten wollen. Sie erhalten dann von der Molkerei eine Bestätigung über die Milchmenge, die zum Festpreis vermarktet wird. Das Preismodell enthält jedoch keine Abnahmegarantie. Es kann also vorkommen, dass die Molkerei eine geringere Menge zum Festpreis ankauft oder vom Kauf absieht, wenn es etwa an der Börse zu einem Überangebot kommt. Dann greift wieder das herkömmliche Abrechnungsmodell.

An dem Festpreisprogramm können Landwirte teilnehmen, die pro Jahr mindestens 380 000 Kilogramm Milch produzieren. Über das Modell können die Erzeuger bis zu 30 Prozent ihrer Jahresproduktion an die Molkerei verkaufen.

Interessierte Betriebe müssen eine E-Mail an die Adresse festpreis@hofgut.net schicken. Die Molkerei antwortet darauf mit einer Mail, mit der die Erzeuger ihr Profil auf der Online-Plattform freischalten können. Dort sind auch die Nutzungsbedingungen und der Rahmenvertrag für das Abrechnungsmodell hinterlegt.

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