Fast-Blamage stört VfB-Betriebsfrieden

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Deutsche Presse-Agentur

Der Betriebsfrieden beim VfB Stuttgart zeigt erste Risse, knapp 44 Stunden nach der Fast-Blamage im UEFA-Pokal droht gegen Werder Bremen der Krisenfall.

„Wenn wir so weiter Fußball spielen, werden wir nicht mehr viele Spiele gewinnen“, warnte VfB- Kapitän Thomas Hitzlsperger nach dem glücklichen 2:2 (0:0) gegen Cherno More Warna, mit dem der Bundesligist das Ticket für die UEFA-Cup-Gruppenphase löste. Manager Horst Heldt rang mühsam um Fassung verweigerte jeden Kommentar zum Spiel.

Die VfB-Führung verliert allmählich die Geduld mit ihrer Mannschaft, die seit Wochen nach ihrer Form sucht und zuletzt völlig aus der Bahn geriet. Gegen den krassen Außenseiter aus Warna standen die Stuttgarter nach Treffern von Jordan Jurukow (47.) und Georgi Russew (79.) schon vor dem Aus, ehe Hitzlsperger (82.) und Torjäger Mario Gomez in der vierten Minute der Nachspielzeit den Europapokal- Totalschaden verhinderten. „Der letzte Wille, der letzte Einsatz hat gefehlt“, befand Gomez, der mit seinen beiden Toren beim 2:1-Sieg im Hinspiel den Grundstein für das Weiterkommen gelegt hatte.

Gegen den bulgarischen Tabellenneunten genügte das späte Erwachen noch zur schmeichelhaften Wende. Als Lehrbeispiel will Hitzlsperger dies jedoch nicht verstanden wissen. „Die Gegner werden immer besser. Wenn wir uns nicht steigern, kriegen wir Probleme“, urteilte der Mittelfeldspieler. Torwart Jens Lehmann indes verkniff sich die Kritik. „Wir haben Glück gehabt und gute Moral gezeigt“, sagte der 38-Jährige, der vor dem 0:1 mit seinem Stolperer nach Serdar Tascis verunglücktem Rückpass die Zitterpartie eingeleitet hatte. „Das kommt sicher in die Top 3 meiner Kalamitäten“, spottete Lehmann.

Nach Humor aber stand Heldt nicht der Sinn. „Wenn ich jetzt was sage, das bringt doch nichts“, knurrte der 38-Jährige, dem nur ein Dank an die 10 000 Fans in der gähnend leeren Mercedes-Benz Arena zu entlocken war. An die dachte auch Coach Veh: „Die Zuschauer sind sehr leidensfähig.“ Geht es nach dem Trainer, darf das Publikum auch gegen Werder keinen Spielrausch erwarten. „Wir müssen fighten, ans Fußball spielen dürfen wir im Moment nicht denken“, sagte Veh, der am Samstag (15.30 Uhr) erneut den erkrankten Innenverteidiger Matthieu Delpierre und vier weitere angeschlagene Profis ersetzen muss.

Angesichts von Personalnöten und Terminstress beschworen die Stuttgarter das Gesetz der Serie, nachdem ihnen zuletzt mit 6:3 und 4:1 zwei glanzvolle Heimsiege gegen Werder gelangen. „Die fahren sicher mit einem mulmigen Gefühl hierher“, meinte Gomez. Auch über den Kräfteverschleiß machte sich der Nationalstürmer nach der gerade noch abgewendeten Verlängerung gegen Warna keine Sorgen: „Wir haben uns doch 80 Minuten ausgeruht.“

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