„Farbenrausch“ findet viel Bewunderung

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Noch bis zum 18. August sind die Werke der in Schwenningen auf dem Heuberg lebenden Künstlerin Temenuzhka Dikanska-Greber in Gna (Foto: Wilfried Koch)

Noch bis Sonntag, 18. August, sind Bilder der Malerin Temenuzhka Dikanska-Greber – sie selbst nennt sich kurz Temi – im Café Kapellenblick nahe des Heiligtums „Maria, Mutter Europas“ auf Gnadenweiler zu besichtigen. Die aus Sofia in Bulgarien stammende Künstlerin wohnt seit einem Jahr in Schwenningen auf dem Heuberg. Bei der Vernissage im Bergcafé in Albstadt- Burgfelden, wo Temi zeitgleich ausstellt, hielt Andreas Fleck die Einführungsrede. Fleck ist seit Jahren an Temis vorangegangener Wirkungsstätte in Kassel tätig, erlebte ihre Entwicklung mit und kommentierte sie jetzt.

Die Tochter eines Lehrerehepaars – der Vater war Grafiker, die Mutter Künstlerin und Textildesignerin – tauschte schon als Kind Spielplätze mit den Kunstausstellungen ihrer Eltern. Pinsel und Farbe waren ihr Spielzeug. Nach ihrer fundierten Ausbildung in Sofia und an der Universität in Kassel leitete Temi Malkurse und trat als Dozentin in der Sommerkunstakademie in Erkelenz auf. Die Malerin gehört der Union bulgarischer Künstler an und hatte schon mehr als 50 Ausstellungen im In- und Ausland.

„Ihre Werke haben sich in zahlreichen internationalen Sammlungen in Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Tschechien und den USA einen festen Platz gesichert und ein hohes Maß an Anerkennung gefunden“, so Fleck. Er sprach die Vielseitigkeit von Temenuzhkas Kunstrichtungen an. Sie habe sich nicht auf eine bestimmte Technik oder Stilrichtung festgelegt, sondern besitze ein breites Spektrum an Techniken und künstlerischen Fähigkeiten. Temi habe dennoch ihr eigenes, wieder erkennbares Markenzeichen. Die Handschrift sei besonders in den sehr aufwendig gewebten Wandteppichen sowie in ihren Grafiken erkennbar.

„Nixe vom Meer“

Zu den Themen und Serien ihrer Bilder, die sie mit farbenfrohen Acryl- und Öl-Farben in abstrakter Weise mit teils realistischen Motiven gemalt hat und viel Raum für Fantasien lässt, zählt eine Serie von blauen Bildern, die stark von Motiven aus dem Meer geprägt wurden. „Durch diese dem Meer assoziierenden Bildern und dem blonden Haar von Temi wurde ihr schon einmal der Name ,Die Nixe vom Meer‘ verliehen“, erzählte Fleck schmunzelnd.

Eine weitere Serie hat die Künstlerin den kristallinen Formen gewidmet, welche sie in einer besonders harmonischen Weise zwischen abstrakter und realistischer Weise gemalt hat. Auch wenn Temi es bevorzugt abstrakte Bilder zu malen, so hat sie gerade in der Serie „Pflanzenwelt“ den Motiven stark realistische Formen gegönnt. Zu sehen sind einige Bilder mit den Motiven einer Spirale: Spirale in schillernden Blättern, Spirale im Frühlingsgrün der Knoten, leuchtende Spirale oder auch die Glücksspirale. Die Motive stammen ursprünglich von der Kürbispflanze, verriet der Kenner.

„Zudem bestechen Temis Werke in ihrer enormen perspektivischen 3D-Wirkung und einer unglaublichen Farbengewalt“, schwärmte der Experte aus Kasseler Zeiten. Dabei verwende sie nahezu in jedem Bild die Wechselwirkungen von Licht und Schatten durch endlos scheinende Vielfalt von Farbnuancen. Fleck beendete seinem Laudatio mit einem Zitat eines sehr guten Bekannten Temis, Professor Dr. Ewald Rumpf: „Ihre schöne Gestalt erzeugt schöne Werke.“ Die 16-jährige Anna Bosch aus Stetten am kalten Markt begleitete die Vernissage mit Flötenmusik.

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