Familie Sonnenfeld

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Das Ende einer TV-Ehe: Noch zweimal dürfen Marion Kracht und Helmut Zierl als Christina und Carlo Sonnenfeld ihre Konflikte austragen, sich mit den zunehmend widerspenstigen Kindern herumärgern und die von Rosemarie Fendel in aller charmanten Kauzigkeit gespielte Oma in Würde ertragen: in „Umzug in ein neues Leben“ an diesem Freitag um 20.15 Uhr in der ARD und in „Abschied von Oma“ am 6. März.

In der zweiten, insgesamt neunten Folge wird aber nicht nur von der Oma, sondern gleich vom ganzen Clan Sonnenfeld Bildschirm- Abschied genommen, und „das ist gut so“, meinen ohne Wehmutsträne die beiden Protagonisten Kracht und Zierl. „Die Geschichten sind einfach auserzählt“, sagt Kracht. „Und die Kinder werden zwangsläufig größer, da wachsen auch keine Probleme nach.“

Ein äußerer Anstoß kam noch hinzu: der Drehort, eine alte Villa in München-Solln, wurde verkauft, der neue Besitzer wollte kein Film- Team in seinen Wänden. So wurde schon in den letzten beiden Filmen nach Berlin als neuem Schauplatz übergewechselt. Ein Problem blieb den Eheleuten in diesen vier Film-Ehejahren erspart: dass er oder sie einen anderen Partner findet, für immer oder mal so nebenbei. Die Schauspieler hätten das ganz gut gefunden, aber „da waren die Verantwortlichen etwas feige“, lacht Zierl.

Sonst hat es jedoch nicht an Mut gefehlt, auch mal nicht so gemütliche Themen anzupacken. Gerade in den letzten beiden Filmen geht es rund zu: Vater Carlo findet zwar endlich einen angemessenen Job, aber nicht im heimatlichen Regensburg, sondern eben im weniger beschaulichen Berlin. Auch Gattin Christina darf sich im Beruf verwirklichen und bekommt eine Anstellung in einer Anwaltskanzlei.

Beide müssen sich aber ganz gewaltig gegen Widerstände und Einstandsmobbing durchzusetzen. Und daheim protestieren die Kinder, wenn es unter diesen Umständen nicht jeden Mittag automatisch eine warme Mahlzeit gibt und sie vor der furchtbaren Konsequenz stehen, sich mal selber etwas machen zu müssen. „Mir hat von Anfang an diesen Filmen gefallen, dass sie so nah an der Realität geblieben sind“, erinnert sich Zierl an die Anfänge anno 2005, als gleich der erste „Sonnenfeld“-Film auf sieben Millionen Zuschauer kam.

„Wir zeigten keine heile, aber eine intakte Familie“, sagt Kracht. „Wo man noch miteinander spricht, wenn es Probleme gibt. Das ist ja heute zwischen Eltern, Kindern oder Geschwistern keineswegs mehr selbstverständlich.“ Beide Schauspieler wären aber trotz des guten Erfolgs nicht dafür, das Sonnenfeld-Rezept noch einmal aufzuwärmen: „So was geht immer schief.“ Es bleibt die Erinnerung an eine gute Zusammenarbeit. Und für Marion Kracht ein kleines Stückchen Emanzipationsgeschichte: „Als meine Familie daheim über mein Essen maulte und ihr mal wieder nichts recht war, habe ich es gemacht wie die Christina im Film: ich habe kurzerhand nicht mehr gekocht. Zwei Tage lang.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen