Fahrrad beschädigt: Wegfahren gilt als Fahrerflucht

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Deutsche Presse-Agentur

Wer beim Einparken mit seinem Auto ein Fahrrad beschädigt und sich nicht weiter um den Schaden kümmert, macht sich unter Umständen wegen Fahrerflucht strafbar.

„Selbstverständlich ist auch das ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“, sagte Roland Huhn, Rechtsreferent beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Bremen dem dpa-Themendienst. Es mache keinen Unterschied, ob beim Einparkversuch ein Auto oder ein Fahrrad „angerempelt“ wurde.

Denn die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt laut Huhn generell vor, dass Unfallbeteiligte am Unfallort bleiben müssen, um den Hergang mit aufzuklären. Gegebenenfalls muss der Verursacher die Polizei rufen und seine Personalien hinterlassen. Zwar gebe es eine Bagatellgrenze, unterhalb derer nicht mehr von einem Unfall die Rede sei. Jedoch weist Huhn darauf hin, dass das bei einem „zu Klump“ gefahrenen Rad nicht der Fall ist. Je nach Radtyp könne die Schadenssumme leicht drei- bis vierstellig sein. „Das kann bis zum Totalschaden gehen.“

Betroffene Fahrradfahrer sollten Parkrempler daher immer anzeigen. Mit etwas Glück lasse sich der Verursacher ermitteln. Ihm droht dem ADFC-Rechtsexperten zufolge im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Außerdem könne sich bei Fahrererflucht seine Haftpflichtversicherung weigern, für den Schaden aufzukommen. In diesem Fall müsse er den Schadensersatz aus eigener Tasche bezahlen.

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