Für die „Topmodels“ hat der Alltag begonnen

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Deutsche Presse-Agentur

Sie haben Heidi Klums gnadenlosen Blicken widerstanden und sind auf High Heels über den Laufsteg stolziert. Doch was ist eigentlich aus den Gewinnerinnen der letzten drei Staffeln der Casting-Show „Germany's Next Topmodel“ auf ProSieben geworden?

Ihnen war ein schnelles Ende ihrer Model-Karriere vorausgesagt worden - oder eher, dass diese gar nicht erst starten würde. Alle drei Siegerinnen aus den Jahren 2006 bis 2008 haben es trotzdem probiert: Lena Gercke, Barbara Meier und Jennifer Hof arbeiten weiterhin als Models. Allerdings ist nach der Zeit als Mini- Promi mittlerweile der durchaus harte Joballtag eingekehrt, berichtet die rothaarige Barbara, Gewinnerin von 2007.

„Die Sendung war für mich in jedem Fall ein Sprungbrett, aber ich bin mittlerweile ein oder zwei Schritte weiter“, sagt die 22-Jährige, die in der zweiten Staffel zunächst das Mauerblümchen gewesen war. Wie auch ihre Mit-Gewinnerinnen bekam die Mathe-Studentin damals einen Vertrag bei einer Modelagentur. Aus dem heimatlichen Amberg zog sie nach München um. Bei Interviews und in Blitzlicht-Situationen gab es am Anfang noch Hilfe vom Sender. Heute hat sie davor keine Angst mehr, sagt sie. „Das lernt man irgendwann von selbst.“

Wenn an diesem Donnerstag (12. Februar) die vierte Staffel des teilweise umstrittenen und gleichzeitig immens erfolgreichen Formats beginnt, ist Barbara gerade für zwei Monate zur Arbeit nach Istanbul losgezogen. „In Mailand und Paris war ich schon. Ich will mein Foto- Buch noch verbessern, bevor ich nach New York gehe. Und in der Türkei gibt es tolle Fotografen.“ Bei den Castings für Modenschauen oder Foto-Aufträge im Ausland sei sie ein Model wie jedes andere. „Da kennt mich kaum jemand und ich werde einfach als Model wahrgenommen.“

Ihr Mathe-Studium hat sie vorerst an den Nagel gehängt. „Ich habe gemerkt, dass ich nicht zwei Dinge gleichzeitig gut machen kann“, sagt sie. Es sei ihr aber enorm wichtig, ihre Sache sehr gut zu machen. In ein paar Jahren kann sie sich vorstellen, wieder zurück an die Uni zu gehen. Und in ganz ferner Zukunft will sie auch Kinder haben. Vorerst allerdings bleibt für die Familie in Amberg und die Uni-Freunde in Regensburg wenig Zeit. „Das ist der einzige Nachteil an dem Job.“

Ihren Nachfolgerinnen rät sie dazu, realistisch zu bleiben. „Es war mir von Anfang an klar, dass man selber kämpfen muss.“ Junge Frauen, die bei der Show mitmachten, müssten sich im Klaren sein, worauf sie sich einließen. „Man darf auf keinen Fall sagen: Ich tue alles, um allen zu gefallen. Wenn man es in diesem Job jedem Recht machen will, wird man irgendwann deprimiert.“ Und dass die Modewelt alles andere als nur Glitzer und Glamour ist, sollte auch jeder klar sein. „Für ein Foto, bei dem man aussieht, als ob man sich genüsslich am Strand räkelt, hat man eben manchmal stundenlang im Bikini in der Kälte gefroren.“

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