Für die Kinder ist die Baustelle eine Attraktion

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 Eine richtige neue Attraktion ist die Baustelle für die Kinder des St.Hubertus-Kindergartens. Mit dabei sind Kindergartenleiter
Eine richtige neue Attraktion ist die Baustelle für die Kinder des St.Hubertus-Kindergartens. Mit dabei sind Kindergartenleiterin Joana Haralambidis, Diakon Christian Feuerstein (links) und Pfarrer Michael Schuhmacher. (Foto: Riesterer/sbo)

Am Kindergarten St. Hubertus haben die Umbauarbeiten der Räume begonnen, in denen eine neue Krippengruppe einziehen soll. Zehn Kinder im Alter von einem bis drei Jahren sollen ab dem 1. September dort betreut werden.

„Wir wollen der Stadt beim Lösen des Problems der fehlenden Krippenplätze helfen. Das hier ist Teil des katholischen Erziehungsbeitrags“, bringt Pfarrer Michael Schuhmacher es auf den Punkt. Im katholischen Kindergarten in Weigheim, zählt er auf, gebe es seit zwei Jahren eine Kleinkindergruppe, beim Kindergarten Max-Fischer sogar schon länger.

Nun sollen bis zum Beginn des kommenden Kindergartenjahrs am 1. September in zwei weiteren Einrichtungen unter Trägerschaft der katholischen Kirche Betreuungsmöglichkeiten für Kinder im Alter von einem bis drei Jahren eingerichtet werden: in St. Franziskus in der Jakob-Kienzle-Straße beziehungsweise St. Hubertus auf Rinelen.

Je eine zehn Kinder große Krippengruppe soll dann in den beiden Kindergärten von 7 bis 13 Uhr betreut werden. Dazu sollen in St. Hubertus zwei Fachkräfte dauerhaft in der Krippe präsent sein. „Für die Neubesetzungen sind genügend Bewerber da“, freut sich Einrichtungsleiterin Joana Haralambidis. Die Kleinkinderbetreuung wird dann zwar voraussichtlich nicht von zwei 100-Prozent-Kräften gestemmt, dennoch soll die Arbeit von einem überschaubaren Kernteam erledigt werden. „So können die Kinder besser Bindungen zu den einzelnen Erzieherinnen aufbauen“, ergänzt Diakon Christian Feuerstein. Das sei wichtig, weil der pflegende Aspekt bei der Krippenarbeit – die Kinder lernen etwa laufen, sich anzuziehen oder müssen gefüttert werden – wesentlich größer sei als im Kindergarten.

Für die zehn Plätze bei St. Hubertus gibt es laut Haralambidis bereits eine „gut gefüllte“ Warteliste. Dass das Schaffen neuer U-3-Betreuungsplätze hinsichtlich dieser Nachfrage trotzdem nicht mit einem Fingerschnippen erledigt werden kann, betont Pfarrer Schuhmacher beim Besuch der Baustelle am Kindergarten. So kämen neben den bekannten, offensichtlichen Maßnahmen wie Neu- oder Umbauten viele organisatorische Aufgaben auf die Stadt beziehungsweise die privaten Träger zu: „Für das ganze Haus – also nicht nur die dazu kommende Krippe – muss wegen des geänderten Gesamtkonzepts eine neue Betriebserlaubnis beantragt werden“, gibt er ein Beispiel.

An den beiden Kindergärten werden die neuen Kapazitäten durch bauliche Veränderungen im Bestand möglich gemacht. Dabei sind bei St. Hubertus größere Veränderungen nötig als bei St. Franziskus. Im Untergeschoss des Gebäudes werden ein bisheriger Therapie- und Essensraum, eine Toilette sowie ein Lagerraum zu einem Aufenthalts-, Wickel- und Schlafraum umgebaut. „Zusätzlich musste eine Wand durchbrochen werden, um einen Zugang zu dem neuen Krippengarten zu ermöglichen, der dort ebenfalls angelegt werden muss“, erklärt Schuhmacher. Für die Kindergartenkinder bedeutet dies seit etwa zwei Wochen zwar immer wieder Lärm, „der Bagger ist aber seither natürlich eine absolute Attraktion“, sagt Haralambidis und lacht.

Während die Kirche die Organisation übernimmt, trägt die Stadt die Kosten, „laut Verträgen zu 80 bis 90 Prozent“ – Schuhmacher schätzt sie am Kindergarten St. Hubertus auf 170 000 bis 190 000 Euro. „Im Neubau veranschlagen Planer in VS etwa 600 000 Euro für eine solche neue, zehn Kinder umfassende Krippengruppe“, vergleicht Schuhmacher. Da sei diese Maßnahme im Vergleich „schon fast geschenkt“.

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