„Führerscheintourismus“ hat nun ein Ende

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Deutsche Presse-Agentur

Deutsche Autofahrer, die ihren Führerschein wegen Alkohol- oder Drogenmissbrauchs verloren haben, dürfen künftig nicht mehr mit einer Ersatzlizenz aus einem anderen europäischen Land fahren.

Von diesem Montag an würden Fahrerlaubnisse aus Ländern der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum nicht mehr anerkannt, wenn ihren Inhabern in Deutschland der Führerschein zuvor wegen schwerer Verkehrsdelikte entzogen wurde, teilte das Bundesverkehrsministerium in Berlin mit. „Auf deutschen Straßen wird es dadurch deutlich sicherer“, sagte Minister Wolfgang Tiefensee (SPD) der Mitteilung zufolge.

Fahrer ohne gültigen Führerschein könnten sich den Weg zum Beispiel nach Polen oder Tschechien sparen. „Führerscheintouristen werden jetzt endlich Grenzen aufgezeigt“, sagte Tiefensee. Behörden dürfen Autofahrern auch einen EU-Führerschein entziehen, wenn in diesem offenkundig ein ausländischer Scheinwohnsitz eingetragen ist. Der Bund setzt mit der Verordnung eine EU-Richtlinie um. Bisher gilt der Grundsatz, dass von anderen EU-Ländern ausgestellte Führerscheine ohne Ausnahmen anerkannt werden.

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