Förderschule schließt nach 45 Jahren

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Die freien Räume der Förderschule „Am Vogelsang“ werden bereits seit Jahren von der Gemeinschaftsschule Obere Donau genutzt. Die
Die freien Räume der Förderschule „Am Vogelsang“ werden bereits seit Jahren von der Gemeinschaftsschule Obere Donau genutzt. Die Klassen 1 und 2 sind „Am Vogelsang“ untergebracht. (Foto: David Zapp)

Die Geschichte der Förderschule „Am Vogelsang“ endet mit dem Ende dieses Schuljahres. Der Fridinger Gemeinderat hat einstimmig die Schließung der Schule beschlossen. Die letzten fünf Schüler schließen im Juli die Klasse 9 ab. Danach werden in der Schule keine Schüler mehr unterrichtet.

Seit 1974, fast 45 Jahre lang, hatte es die Förderschule „Am Vogelsang“ gegeben. Zu Spitzenzeiten in den 1990er-Jahren wurden an der Schule bis zu 40 Schüler unterrichtet. Den Todesstoß für die Förderschule gab es 2015 durch die Entscheidung der grün-roten Landesregierung, Förderschüler künftig an Regelschulen zu inkludieren. Mit der Einführung des Elternwahlrechts konnten Eltern nun entscheiden, ihr Kind an eine Förderschule oder eben nun auch an eine Regelschule zu schicken. Die Konsequenz für die Förderschule „Am Vogelsang“ waren ab dato stetig sinkende Schülerzahlen.

Christoph: „Mir blutet das Herz“

Mit der stattfindenden Inklusion an Regelschulen sahen der damalige Schulleiter Peter Wagner sowie sein Nachfolger Herbert Christoph kaum eine Perspektive für die Schule. Die komplette Stammklasse wurde inkludiert, acht Schüler der Förderschule sind gegenwärtig an der Gemeinschaftsschule Obere Donau. Ab 2015 entschied man sich dazu, keine Schüler mehr aufzunehmen. Die letzten fünf Schüler werden im Juli nach der neunten Klasse entlassen.

„Wir wollen der Schule schon einen würdigen Abschluss bereiten und nicht verfahren: Der Letzte macht das Licht aus und gibt dem Hausmeister den Schlüssel. Das wäre schlechter Stil“, sagte ein merklich angefasster Herbert Christoph vor dem Gemeinderat. Eine offizielle Schließung der Förderschule „Am Vogelsang“ soll es nach dem Willen der Belegschaft wenn möglich mit der Entlassfeier der Schüler geben. „Man kann die Schließung bedauern oder nicht. Ich möchte jetzt nicht lamentieren, aber mir blutet schon das Herz“, schloss Christoph. Er war 26 Jahre lang an der Schule Lehrer und zuletzt Schulleiter. Herbert Christoph wird zur Albert-Schweitzer-Schule in Tuttlingen wechseln.

„Wir kommen um diesen Schritt nicht herum. Die Auflösung der Schule ist die logische Konsequenz. Wir haben die Schließung so lange hinausgezögert, bis die letzten Schüler die Schullaufbahn beendet haben“, sagte Bürgermeister Stefan Waizenegger.

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