Experte: Solarienverbot für Jugendliche sinnvoll

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Deutsche Presse-Agentur

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nach dem Willen der Bundesregierung künftig nicht mehr auf die Sonnenbank. Ziel ist, junge Menschen stärker vor Hautkrebs zu schützen.

„Das ist ein schöner Tag für Deutschlands Haut“, sagte Prof. Eggert Stockfleth, Leiter des Hauttumor-Centrums am Universitätsklinikum Charité in Berlin, dem dpa-Themendienst. Die Entscheidung sei „sehr sinnvoll“ angesichts der Zunahme von Hautkrebserkrankungen in Deutschland von sieben bis zehn Prozent pro Jahr.

Der Zusammenhang zwischen UV-Exposition und Hautkrebs sei wissenschaftlich längst belegt. UVA-Strahlen dringen dabei tief in die Haut ein und lassen sie zum einen schneller altern. Zum anderen sind sie für einen späteren Hautkrebs verantwortlich. Jugendliche Haut sei vor schädlichen Sonnenstrahlen deutlich weniger geschützt als die eines Älteren - sie ist empfindlicher. „Sie ist dünner und hat weniger Abwehrmöglichkeiten gegen veränderte Zellen.“ Schützende „Lichtschwielen“ bildeten sich erst im späteren Leben.

Untersuchungen haben gezeigt, dass jede zweite 14-Jährige einmal pro Woche ins Sonnenstudio geht. Eine laut Stockfleth bedenkliche Zahl: Denn je öfter ein Mensch seit frühester Kindheit der Sonnenbestrahlung ausgesetzt war, umso ist höher sein Hautkrebsrisiko. „60 Prozent der UV-Belastung nimmt der Körper in jungen Jahren auf.“

Ein Spaßverderber will der Experte aber auch nicht sein: „Ich sage nicht, dass Sie nie in die Sonne dürfen.“ Ein gemäßigter Umgang sei in Ordnung - wenn die Haut entsprechend geschützt wird: Bei schönem Wetter sei die Sonne zwischen 11.00 und 15.00 Uhr zu meiden. Außerdem sollten Körper und Kopf mit leichter Kleidung und einem Hut vor der schädlichen UV-Strahlung geschützt werden. Und Erwachsene, die auf den Solarium-Besuch nicht verzichten wollen, achten am besten darauf, dass es sich um ein zertifiziertes Studio handelt, rät Stockfleth.

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