EU verschärft Auflagen für Pflanzenschutzmittel

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Deutsche Presse-Agentur

Nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen sind in der Europäischen Union die Auflagen für die Zulassung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verschärft worden.

Das Europaparlament billigte am Dienstag (13.1.) in Straßburg zwei neue Gesetze. Krebserregende und erbgutschädigende Wirkstoffe werden ebenso verboten wie Substanzen, die die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen. Für fünf Jahre können allerdings Ausnahmegenehmigungen erteilt werden, wenn sich die Pflanzengesundheit anders nicht sicherstellen lässt.

Substanzen mit Auswirkungen auf das Immun- und Nervensystem müssen, wenn weniger gefährliche Pestizide für den gleichen Zweck verfügbar sind, ersetzt werden. Auch Stoffe, die wie Hormone wirken (sogenannte Umwelt-Hormone), unterliegen künftig einer strengeren Prüfung.

Pflanzenschutzmittel werden zwar auch weiterhin auf Ebene der EU-Mitgliedstaaten zugelassen. Die Europäische Kommission hat dafür allerdings das EU-Gebiet in drei Zonen (Nord, Mitte, Süd) aufgeteilt. Sobald eine Genehmigung erteilt wurde, gilt sie für die gesamte Zone. Die EU-Länder dürfen den Einsatz bei sich aber einschränken.

Die Verordnung soll im Frühjahr in Kraft treten. Bereits zugelassene Pestizide bleiben jedoch solange auf dem Markt, bis ihre Genehmigung ausläuft. Daher greifen die neuen Regeln bei den meisten Mitteln erst ab 2016. Von den 22 von der EU auf den Index gesetzten Substanzen sollen in diesem Jahr nur zwei Fungizide vom Markt genommen werden.

In einer neuen EU-Richtlinie wurden zudem Vorgaben für einen sichereren und reduzierten Einsatz der Pestizide gemacht. Nationale Aktionspläne sollen das unterstützen. In Deutschland gibt es einen solchen Plan bereits seit 2004. Neben einem Verbot für das Versprühen von Pestiziden aus der Luft ist künftig unter anderem auch ihr Einsatz in der Nähe von Gewässern, Naturschutzgebieten und Sport- oder Spielplätzen verboten oder zumindest eingeschränkt.

„Gesetz war überfällig“

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