Erstmals nach der Vergiftung: Nawalny meldet sich auf Instagram

Lesedauer: 3 Min
Alexej Nawalny
Alexej Nawalny (Archiv) wird noch immer in der Berliner Charité behandelt. (Foto: Alexander Zemlianichenko / DPA)
Schwäbische Zeitung
Deutsche Presse-Agentur

Der Gesundheitszustand des Kremlkritikers Alexej Nawalny verbessert sich zunehmend. Heute meldet sich Navalny erstmals persönlich mit einem Foto und einer kurzen Nachricht auf der Social Media Plattform Instagram zurück.

In der kurzen Mitteilung an seine Follower schreibt Navalny, dass er zwar kaum etwas tun könne, aber zumindest auch nicht mehr beatmet werden müsse. 

Diese Neuigkeit hatte zuvor bereits das Berliner Klinikum Charité mitgeteilt. Die künstliche Beamtmung sei eingestellt und Nawalny könne auch zeitweise sein Krankenbett verlassen.

Der Gesundheitszustand des Kremlkritikers Alexej Nawalny scheint sich zu verbessern. Dieses Foto aus dem Krankenbett teilte er heute auf Instagram.

Der 44-Jährige wird seit dem 22. August in Berlin behandelt. Er gilt als einer der schärfsten Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin. Nawalny war am 20. August auf einem Flug in Russland zusammengebrochen und in eine Klinik in Sibirien gebracht worden. Später wurde er auf Drängen seiner Familie in die Charité verlegt.

Weitere Labore bestätigen Nowitschok-Vergiftung

Als Ursache für Nawalnys Vergiftung stellten auch zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe fest, wie die Bundesregierung am Montag mitteilte.

Zuvor hatte bereits ein Bundeswehr-Labor dies identifiziert. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron forderte eine rasche Aufklärung der Umstände und der Verantwortlichkeiten.

Der Fall Nawalny überschattete auch die Regionalwahlen in Russland am Wochenende: Die Opposition musste ohne ihren wichtigsten Anführer auskommen, erzielte dennoch Erfolge. In der Stadt Tomsk, wo sich Nawalny zuletzt aufhielt, schafften zwei seiner Mitarbeiter nach vorläufigen Angaben den Einzug in den Stadtrat, wie die Agentur Interfax meldete.

Dort verlor die Kremlpartei ihre Mehrheit. In Nowosibirsk wurde Sergej Boiko von Nawalnys Team in das Stadtparlament gewählt. Doch trotz der Erfolge in einzelnen Städten hält die Kremlpartei "Geeintes Russland" weiter alle wichtigen Posten.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen