Erneuerbare Energien produzieren 14,5 Prozent Strom

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Bei der Erzeugung von Energie aus regenerativen Quellen ist Eschach, gemessen an der Einwohnerzahl, Spitzenreiter im Ostalbkreis, gefolgt von Stödtlen und Tannhausen. Dies geht aus einer Statistik der Kreisverwaltung für das Jahr 2011 hervor.

Demnach sind in Eschach im vergangenen Jahr 7933 Kilowattstunden je Einwohner an erneuerbarer Energie erzeugt worden, in Stödtlen waren es 7856. Relativ bescheiden nehmen sich dagegen die drei Großen Kreisstädte aus: Während Ellwangen immerhin noch 1466 Kilowattstunden pro Einwohner verzeichnet, kommt Aalen nur auf 543, Schwäbisch Gmünd sogar auf nur 171 und ist damit vor dem Schlusslicht Oberkochen (92) Vorletzter.

Erfasst hat der Kreis in seiner Auflistung die Energieerzeugung aus Photovoltaik, Biomasse, Wind und Wasser. Bei der installierten Leistung kommt die Photovoltatik auf einen Anteil auf 71,6 Prozent, die Windkraft auf 21 Prozent, die Biomasse auf sieben und die Wasserkraft auf 0,4 Prozent. Bei der tatsächlichen Stromerzeugung ergibt sich allerdings ein anderes Bild: Aus der Photovoltaik stammten lediglich 51 Prozent der Energieerzeugung, die Windkraft lieferte 24,3 und die Biomasse 24,1 Prozent. Die Wasserkraft kommt auf 0,6 Prozent.

Dies bedeutet unter anderem, dass zum Beispiel die Biogasanlagen über dreimal soviel Strom liefern, wie ihr Anteil an der installierten Leistung ausmacht. Und dass die Photovoltaikanlagen im Vergleich zur Biomasse über zehnmal mehr Nennleistung verfügen, dagegen aber nur gut die Hälfte des Ökostroms im Ostalbkreis liefern.

Die erneuerbaren Energien haben 2011 im Ostalbkreis rund 294 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt und in das öffentliche Netz eingespeist. Gemessen an einem kreisweiten Gesamtverbrauch von 2,026 Millionen Kilowattstunden aller privater Haushalte, der Industrie und der öffentlichen Infrastruktur ergibt sich danach ein Anteil der erneuerbaren Energien von 14,5 Prozent.

Beim Vergleich von Erzeugung und Verbrauch nimmt Stödtlen den Spitzenplatz ein. Die Gemeinde produziert rein rechnerisch fast dreimal so viel Strom aus erneuerbaren Quellen (288,6 Prozent), als im Gemeindegebiet verbraucht wird. Auf Platz zwei und drei folgen Eschach (248,4 Prozent) und Tannhausen (220,9 Prozent). Das bedeutet, dass sich diese drei Gemeinden bilanziell vollständig selbst aus erneuerbaren Energien versorgen. Insgesamt sind im vergangenen Jahr für die Stromeinspeisung Vergütungszahlungen von 83,4 Millionen Euro in den Ostalbkreis geflossen. Zum Vergleich: 2007 waren es nur 28,7 Millionen.

Die größten Stromverbraucher im Ostalbkreis sind, gemessen an der Einwohnerzahl, übrigens Rosenberg (64 938 Kilowattstunden je Einwohner) und Oberkochen (17 443), geschuldet wohl den großen, energieintensiven Unternehmen am Ort. Aalen liegt im Vergleich bei 8216, Schwäbisch Gmünd bei 6734 und Ellwangen 4810 Kilowattstunden je Einwohner.

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