Entspannen wie die Stars: Worauf es bei Yoga ankommt

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Deutsche Presse-Agentur

Madonna praktiziert ihn genauso wie Courtney Love. Und sogar die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft schwört inzwischen auf Yoga. „Vereinigung mit dem Höheren“ heißt Yoga übersetzt und stammt ursprünglich aus Indien.

Über die USA trat er dann seinen Siegeszug um die Welt an. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile über fünf Millionen Anhänger - Yogis genannt. Das ganzheitliche Training verspricht Entspannung, Beweglichkeit und Stabilität. Wer damit selbst Körper, Geist und Seele in Einklang bringen möchte, sollte allerdings ein paar Dinge beachten.

Das beginnt bei der Wahl des „richtigen“ Yogas. „Heute gibt es so viele Richtungen, die sich aus dem ursprünglichen Yoga weiterentwickelt haben“, sagt Nina Haisken von der Zeitschrift „Yoga Aktuell“. Da sei das Angebot entsprechend unübersichtlich. Am besten orientiere man sich an den verschiedenen Yoga-Meistern, nach denen die einzelnen Richtungen benannt sind. Viele Menschen fänden beispielsweise mit den klassischen Ablegern Sivananda oder Iyengar Yoga ihre Mitte. Aber auch neuere Varianten wie Bikram Yoga erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Allen gemein sind die sogenannten Asanas (Positionen) und Pranayama (Atemübungen), die die Yogis unter professioneller Anleitung durchführen. Geht man allerdings ins Detail, werden schnell die Unterschiede in Ausrichtung und Schwerpunkt deutlich. „Sivananda als ganzheitliches Konzept umfasst alle Komponenten des Yogas - sprich Körperstellung, Meditation, Entspannung, Atmung und Ernährung“, erklärt Benita Grosser, Yogalehrerin in Hamburg. Der Kurs - Klasse genannt - beginne immer mit den Atemübungen und dem Sonnengebet, auf das zwölf feste Positionen folgten. „Dabei fangen wir beim Kopf an und enden bei den Füßen.“ Ergänzend gebe es Meditations- und ayurvedische Kochkurse.

Deutlich körperbetonter ist dagegen der Iyengar Yoga. „Sein Begründer B. K. S. Iyengar legt besonderen Wert auf die exakte Ausführung der einzelnen Asanas“, sagt Corinne Trotzkowski, Betreiberin eines Yogastudios in Stuttgart. Der spirituelle Nutzen komme bei richtiger Körperausrichtung von ganz allein. Das Besondere hier: Es wird mit Hilfsmitteln gearbeitet. Für bestimmte Stellungen kommen unterstützend Bänder, Stühle und Klötze zum Einsatz. Die Positionen variieren von Klasse zu Klasse, da meist eine Körperpartie schwerpunktmäßig trainiert wird.

Und auch Bikram Yoga, benannt nach seinem Erfinder Bikram Choudhury, legt als vergleichsweise junge Richtung den Fokus auf die Körperstellungen. Jede Klasse dauert 90 Minuten. Die immer gleiche Abfolge von 24 Positionen und zwei Atemübungen erfolgt bei einer Raumtemperatur von mindestens 38 Grad. In den ersten 60 Minuten stehen die Yogis, danach dürfen sie runter auf die Matte. „Durch das Schwitzen wird die Fettverbrennung angeregt und der Körper dehnbarer“, erklärt die Sportwissenschaftlerin Trotzkowski. Zu bedenken sei aber, dass sich Schüler dadurch leicht überschätzen können.

Deshalb ist es nicht nur nach Meinung von Grosser so wichtig, ein seriöses Zentrum zu besuchen. „Wer Yoga unterrichtet, sollte eine sportwissenschaftliche oder medizinische Ausbildung vorweisen können“, sagt auch Trotzkowski. Nur mit umfassenden physiologischen und anatomischen Kenntnissen könnten Schüler angemessen unterrichtet und korrigiert werden. Aus diesem Grund raten die drei Expertinnen von den zahlreichen Ratgeber-DVDs und Büchern ab. „Vor allem für Anfänger, die keinerlei Erfahrung haben, können solche Anleitungen für zu Hause gefährlich sein“, warnt Haisken. Sie sollten nur ergänzend hinzugezogen werden. Eine Richtlinie dafür, wann die „Vereinigung mit dem Höheren“ erreicht wird, gibt es nicht. „Aber grundsätzlich ist natürlich alles besser als nichts - egal ob täglich zehn Minuten oder eine Klasse pro Woche.“

Häufig bezuschussen Krankenkassen Yogakurse oder übernehmen die Kosten sogar komplett. Darauf weist die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) in Berlin hin. Dafür muss in der Regel ein Nachweis über die Teilnahme erbracht werden. Einige Kassen bestehen zudem auf der regelmäßigen Anwesenheit. Da Leistungen für Präventionsmaßnahmen freiwillig übernommen werden, behalten sich laut UPD manche Krankenkassen vor, festzulegen, welche Yogastudios sie anerkennen. Ob und zu welchen Konditionen das Geld erstattet wird, sollten Patienten in jedem Fall vor der Anmeldung zum Kurs bei ihrer Kasse erfragen.

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