Entführt in Mozarts Opernwelt

Lesedauer: 3 Min

Vor der zauberhaften Kulisse des Schlossinnenhofs hat ein begeistertes Publikum Highlights aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“ genießen können. Man war sich einig: Das ist ein Höhepunkt des Sommers in der Stadt gewesen.

Es war ein bemerkenswerter Abend. Die konzertante Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts komischer Oper „Die Entführung aus dem Serail“ durch die Junge Oper Neuburg hat das Publikum mitgerissen. Tenor Franz Garlik und seine Frau, die walisische Sopranistin Lauren Frances, hatten die schönsten Arien des Singspiels im Gepäck. Garlik und Frances bilden im Rahmen eines Jugendprojekts in Neuburg an der Donau junge, opernbegeisterte Gesangstalente wie die erst 16-jährige Lisa Moosheimer aus, die in der Rolle der englischen Zofe Blonde glänzte.

Die erfolgreichen Aufführungen von Verdis „Rigoletto“ und Puccinis „La Bohème“ führten zur Gründung der unabhängigen Jungen Oper Neuburg. Die musikalische Leitung der Mozart-Einstudierung, die etablierte Gesangsprofis und begabten Nachwuchs auf reizvolle Weise vereinte, hatte Maestro Stellario Fagone von der Bayerischen Staatsoper München. Er begleitete das Bühnengeschehen am Flügel virtuos und sensibel und führte charmant durch den Abend. Dieser wurde, sieht man von dem herausragenden Bass Horst Atropé aus München ab, der als Osmin brillierte, von den Damen dominiert. Lauren Frances als Konstanze beherrschte mit ihrem geschmeidigen Sopran die Bühne und die gesanglichen Hürden der Rolle mühelos. In ausdrucksstarker Phrasierung ihrer auch technisch ausgezeichnet geführten Stimme bezauberte sie die Zuschauer.

Franz Garlik hingegen vermochte trotz unbestrittener stimmlicher Qualität nicht zu überzeugen. Sein Belmonte blieb merkwürdig blass, er schien von den gesanglichen Anforderungen dieser Rolle überfordert. Eine gute Figur machte neben Seppi Dünstl als Pedrillo auch Marco Vogel in der Sprechrolle des Bassa Selim – von den beiden blutjungen Sängern wird man noch hören.

Der große Janitscharenchor, formiert aus der Chorwerkstatt Rindelbach, der Sängerlust Treppach und Roulette Treppach/Aalen, brachte eine besondere Note ins heitere Spiel und sorgte für ein beeindruckend imposantes Schlussbild. Nicht endenwollender Applaus und absolut verdiente Bravorufe für Frances, Moosheimer, Atropé und den Maestro.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen