Energieeinsparverordnung: Regeln und Förderbedingungen

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Deutsche Presse-Agentur

Trotz verschärfter Regeln zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden seit Jahresbeginn sehen Fachleute weitere Spielräume für freiwillige Einsparungen bei den Verbrauchern.

„Mit einer Wärmepumpe lassen sich in einem Einfamilienhaus zum Beispiel bis zu 75 Prozent des jährlichen Energiebedarfs umsonst aus der Umwelt gewinnen“, sagte der Chef der Energieagentur Mecklenburg-Vorpommern (M-Vena), Jens Hallaschk, in Rostock. Im Herbst werde die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) noch striktere Vorgaben für Neubauten und Sanierungen bringen. „Dabei kann man Energiekosten auch senken, ohne hohe Investitionen zu tätigen.“

Die Einsparpotenziale für Bauherren, Unternehmen und Kommunen seien vor allem beim Heizen auch jenseits der gesetzlich festgelegten Normen hoch, erklärte Hallaschk. So ließen sich in vielen Fällen die Wärmeverteilung in Gebäuden optimieren, Umwälzpumpen nachjustieren oder bestehende Heizungsanlagen energiesparend umprogrammieren.

Mit der Umsetzung der neuen EnEV zur nächsten Heizperiode kämen jedoch auch rechtlich verbindliche Verschärfungen auf Vermieter und Betriebe zu: Während die Energieverluste über die Gebäudehülle wie schon bei früheren Reduktionsverpflichtungen um durchschnittlich 30 Prozent sinken sollen, müsse die Gesamteffizienz neuer oder sanierter Häuser um denselben Wert steigen. Außerdem hätten Mieter künftig Anspruch auf die Vorlage eines Energieausweises durch den Vermieter.

Infos vom Bundeswirtschaftsministerium (Stichwort „Energie“) www.bmwi.de

Die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) gilt voraussichtlich von der kommenden Heizperiode an und bringt für Bauherren, Firmen und Kommunen eine Reihe schärferer Umweltvorgaben. Die wichtigsten Neuregelungen und Förderbedingungen im Überblick:

EINSPARZIELE: Die Gesamt-Energieeffizienz neuer oder sanierter Gebäude muss im Schnitt um 30 Prozent steigen. Zugleich soll der Energieverlust über die Außenwände wie bei früheren Reduktionsrunden (2002, 2007) abermals um durchschnittlich 30 Prozent sinken.

AUSTAUSCH UND NACHRÜSTUNG VON ANLAGEN: Öl- oder Gasheizungen, die vor dem Jahr 1978 gebaut wurden, müssen auch in selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern ausgetauscht werden, selbst wenn sie über zwischenzeitlich nachgerüstete Brenner oder hinreichend niedrige Emissionswerte verfügen. Nachtstrom-Speicherheizungen werden stufenweise ganz aus dem Verkehr gezogen. Größere Klimaanlagen müssen mit einem System zur Wärmerückgewinnung ausgestattet sein.

NACHWEISPFLICHTEN UND ÜBERWACHUNGSRECHTE: Bei Neubau, Verkauf oder Vermietung eines Wohngebäudes muss der Eigentümer dem Interessenten einen Energieausweis vorlegen, aus dem die Energiebilanz des Hauses hervorgeht. Er kann von zertifizierten Fachleuten (Energieberatern, Heizungsbauern, Dachdeckern, Maurern) ausgestellt werden.

STAATLICHE FÖRDERUNG: Das Bundeswirtschaftsministerium bezuschusst bis zu 80 Prozent der Beratungskosten für den sparsameren Umgang mit Strom, Wärme und Treibstoffen über den Sonderfonds Energieeffizienz. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt zinsgünstige Kredite für Investitionen in energiesparende Maßnahmen.

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