Endspurt: Die Abschlussarbeit richtig angehen

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Deutsche Presse-Agentur

Dunkle Augenringe, panischer Blick und heillos verwirrt - so hat Hans-Jörg Hoppe schon oft Studenten kurz vor dem Abschluss ihrer Universitätskarriere erlebt.

Im Copyshop Repro Lüdke am Campus der Hamburger Universität muss er immer wieder Seelsorger für angehende Absolventen am Rande des Nervenzusammenbruchs spielen, die ihre Abschlussarbeit bei ihm zum Druck bringen. „Da sind schon Tränen bei uns am Kopierer geflossen.“ Wenn im kommenden Semester für manche wieder die „heiße Phase“ ansteht, müssen sie nicht nur Formalien und Fristen einhalten - wichtig ist auch, die Nerven zu behalten.

„Ein gutes Zeitmanagement ist das A und O“, sagt der Studienberater Peter Figge von der Universität Hamburg. So helfe es, vorab einen Plan für die einzelnen Etappen der Abschlussarbeit zu erstellen. Das erleichtert es Studenten, sich die Zeit für die Literaturrecherche, das Schreiben und das Korrekturlesen einzuteilen.

Auch ein täglicher Stundenplan sei für manchen sinnvoll, um das Büffeln in Eigenregie zu organisieren. So könnten Studenten etwa festlegen, dass sie täglich um 10.00 Uhr in die Bibliothek gehen, um 13.00 Uhr eine Mensapause einlegen und sich um 16.00 Uhr mit einer Lerngruppe treffen.

Neben fleißigem Pauken kommt es aber auch darauf an, zielgerichtet zu arbeiten: „Ein typischer Fehler ist es, am Anfang zu viel Zeit für die Literaturrecherche aufzuwenden“, sagt Buchautor Alfred Brink, der an der Universität Münster Kurse zur Prüfungsvorbereitung gibt. Wer ständig neue Werke hinzuzieht, kommt leicht in Zeitverzug mit dem Schreiben der eigenen Arbeit. „Da muss man lernen, ökonomisch zu arbeiten und sich nicht zu verzetteln“, ergänzt Figge.

Bevor Studenten mit dem Bücherwälzen beginnen, benötigen sie ein schlüssiges Konzept und eine Gliederung ihrer Arbeit. „Ohne das braucht man gar nicht anzufangen, sonst endet das in einem bloßen Sammelsurium von Gedanken“, sagt Brink. Oft wird das Konzept schon vor der Anmeldung besprochen, sofern das Thema nicht vorgegeben wird.

Zur Vorbereitung gehört auch, sich eigene Thesen zum Thema zu überlegen und die Literatur gezielt auf sie hin zu durchforsten. „Ich habe dann schließlich keine Zeit, ganze Bücher zu lesen. Da muss man schnell erkennen, was für die eigene Arbeit wichtig ist“, erklärt Brink. Eine optische Hilfe kann sein, sich die eigenen Thesen an den Computermonitor zu heften - so haben Studenten sie immer vor Augen.

Sinnvoll sei auch, die Kernaussagen der Arbeit in einem Exposé aufzuschreiben, rät Brink. „Normalerweise heißt es ja immer, dass die Einleitung am Schluss kommt. Ich rate Studenten aber, ruhig damit anzufangen, um sich über die Problemstellung klar zu werden.“

Studenten lernen für den Abschluss besser nicht alleine. Freunde oder Kommilitonen können schließlich nicht nur beim Korrekturlesen helfen, sondern auch eine Motivationsstütze sein. „Am besten sucht man sich von Anfang an eine Arbeitsgruppe, das ist eine gute Lösung, um nicht so zu vereinzeln“, sagt Psychologe Figge.

Auch dürften Studenten in der Abschlussphase die Freizeit nicht vergessen. „Man muss auch mal abschalten und sich für seine Arbeit belohnen“, rät Figge. „Am besten sagt man sich also: Heute will ich zwei Seiten schreiben, aber danach gehe ich dann schwimmen.“

Literatur: Alfred Brink: Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten, Oldenbourg, ISBN 978-3-486-58512-4, 17,80 Euro.

Wer schon beim Gedanken an seine anstehende Arbeit zu schlottern beginnt, findet an vielen Hochschulen Hilfe in speziellen Kursen zur Prüfungsvorbereitung. „Darin lernen Studenten zum Beispiel mehr über Zeit- und Selbstmanagement oder wie sich mit Prüfungsangst umgehen lässt“, sagt Peter Figge von der Universität Hamburg. Auch sollten Studenten keine Hemmungen haben, sich an Mentoren und Studienberater zu wenden, wenn sie Hilfe bei Panikattacken und Schreibblockaden während des Abschlusses brauchen. „In so einer Situation sind Versagensängste ganz normal.“

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