Elmar Müller folgt auf Alois Müller

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 Elmar Müller (links) löst Alois Müller (rechts) ab. Sie sind aber nicht miteinander verwandt.
Elmar Müller (links) löst Alois Müller (rechts) ab. Sie sind aber nicht miteinander verwandt. (Foto: Ck)
Christoph Klawitter

Elmar Müller wird der neue Ortsvorsteher des Ostracher Teilorts Weithart. In der konstituierenden Sitzung des Ortschaftsrats am Donnerstagabend haben die Ortschaftsräte ihn zum Nachfolger von Alois Müller vorgeschlagen. Jetzt steht noch die Zustimmung des Gemeinderats Ostrach aus.

15 Jahre lang war Alois Müller Ortsvorsteher vom Weithart. Für ihn war es wichtig, seinen eigenen Stil in diesem Amt zu finden und zu pflegen. „Jeder Mensch ist sein eigener Typ. Es hätte nicht funktioniert, meinen Vorgänger zu kopieren“, sagte Alois Müller in seiner Abschiedsrede. „Das war für manche am Anfang nicht ganz so einfach“, fügte er hinzu.

Auch wenn es schwierige Entscheidungen zu treffen und gegenüber den Bürgern zu vertreten galt, setzte Müller auf Kommunikation. „Meine Erfahrung ist, und das ist auch mein Tipp für meinen Nachfolger: Man muss ‚schwätzen‘ mit den Leuten.“ Eine Erkenntnis von Müller war es auch, dass ein Ortschaftsratsgremium sehr wohl eine Ortschaft gestalten könne. „Die Attraktivität einer Ortschaft kann man schon steuern“, so Müller. Das sei auch notwendig. „Sonst sind wir nur noch Schlafstätten und sterben aus.“ Mit Müller scheidet auch der bisherige stellvertretende Ortsvorsteher Dominic Osswald aus. „Dominic war immer mein erster Ansprechpartner“, sagte Müller. Ebenso nicht mehr im Gremium sind Mario Korbely, der für Daniela Krall nachgerückt war, sowie Gudrun Schlegel.

Schwierige Entscheidungen

Bürgermeister Christoph Schulz nahm die Verabschiedung des Ortsvorstehers und der anderen ausscheidenden Räte vor. „Sie sind in große Fußstapfen getreten“, sagte Schulz über den scheidenden Ortsvorsteher. Er blickte auf wichtige Ereignisse in Müllers Amtszeit zurück: Bau des Dorfgemeinschaftshauses Einhart, erst jüngst die Eröffnung des Mehrgenerationenplatzes in Einhart, der Ausbau des Levertsweiler Feuerwehrhauses zum Dorfgemeinschaftshaus, aber auch schwierige Entscheidungen wie die Schließung des Kindergartens Levertsweiler. Er könne sich noch an eine Info-Veranstaltung erinnern, bei der 100 Mütter mit bösen Blicken ihn angeschaut hätten, erinnerte sich Christoph Schulz mit Ironie. „Ich glaube, aus heutiger Sicht war es die richtige Entscheidung“, meinte er. „Es war für Sie als Ortsvorsteher auch nicht einfach, die Bevölkerung auf diesem Weg mitzunehmen.“

Andererseits sei es aber auch gelungen, das Feuerwehrhaus in Levertsweiler zum Dorfgemeinschaftshaus auszubauen, was laut Schulz in Levertsweiler gut ankommt: „Die Levertsweiler nehmen es an“, bemerkte er. Ein Großprojekt für die gesamte Gemeinde war der Bau einer neuen Kläranlage in Einhart. Das sei eben das Los der Kommunalpolitik, dass das meiste Geld im Boden vergraben werde.

Fest im kommenden Jahr

Nächstes Jahr feiert Einhart mit einer 800-Jahr-Feier die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Das Jubiläum habe Müller zu seiner Sache gemacht, freute sich Schulz. „Da gibt es nächstes Jahr ein Riesenfest, worauf wir uns alle freuen.“ Schulz überreichte Alois Müller die Ehrennadel in Silber des Gemeindetags Baden-Württemberg. Nachdem Schulz auch die anderen ausscheidenden Räte geehrt hatte, verpflichtete er das neue Ortschaftsratsgremium. Elmar Müller – nicht verwandt mit Alois Müller – wurde zum neuen Ortsvorsteher gewählt, Petra Rothmund zur neuen Stellvertreterin, beide jeweils einstimmig in offener Wahl. Das neue Gremium setzt sich zusammen aus Angela Leuze, Elmar Müller, Martin Auer (alle Einhart), Gerhard Krug, Jürgen Neher (alle Habsthal), Petra Rothmund, Christian Frik und Tobias Schweikart (alle Levertsweiler).

Anerkennende Worte über Alois Müller sprach der ehemalige Rosnaer Ortsvorsteher Josef Griesser, er lobte die gute Zusammenarbeit mit Müller. Für den scheidenden Ortsvorsteher gab es dann noch eine Überraschung gleich nach der Ortschaftsratssitzung: unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses spielten Musikverein Weithart und Fanfarenzug Einhart auf, zahlreiche Gäste waren da. Hubert Strobel, Feuerwehr-Abteilungskommandant für den Weithart, und Stefany Wohlfahrt von der Nachbarschaftshilfe Weithart hielten als Vertreter der Vereine Ansprachen. „Überwältigend, ich bin baff“, freute sich Müller über die für ihn überraschende Feier.

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