Elektronische Steuererklärung auch in Wangen auf dem Vormarsch

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Die Steuererklärung mit ELSTER wird immer beliebter.
Die Steuererklärung mit ELSTER wird immer beliebter. (Foto: dpa)
Redaktionsleiter

Wangen (jps) - Auch in Wangen geben immer mehr Bürger ihre Steuererklärung elektronisch über das Programm „Elster“ ab. Bei den über Steuerberater eingegangenen Formularen lag die Quote im vergangenen Jahr bei 91 Prozent, bei allen anderen bei 57 Prozent.

Letzteres bedeutet eine Steigerung um vier Prozent gegenüber 2016. Damit setzt sich ein Trend fort, der vom Wangener Finanzamt seit Jahren bewusst forciert wird. Für Vorsteher Frank Salaske sind die Zahlen deshalb „sehr erfreulich“. Zusammen mit dem Einsatz eines elektronischen Risikomanagementsystems verschafft sich die Behörde somit freie Arbeitskapazitäten für komplizierte Fälle. Laut Salaske ist dies auch nötig angesichts des „nicht gerade einfacher werdenden Steuerrechts“.

Erneut zeigt er die Vorteile der elektronischen Steuererklärung für die Bürger auf. Denn wer „Elster“ nutze, könne im Normalfall bereits zwei Wochen nach der Abgabe mit dem Bescheid rechnen. Manchmal gehe es sogar noch schneller – bis hin zu einem von Salaske selbst festgestellten Spitzenwert von sieben Tagen. Deshalb wirbt er – und appelliert, eine mögliche Scheu abzulegen. Denn wer das Programm einmal genutzt habe, dem Falle der Gebrauch in den Folgejahren in der Regel deutlich leichter.

Im Gegenzug dauert es bei auf Papier abgegebenen Erklärungen weitaus länger. Denn die Formulare werden seit einiger Zeit nach Karlsruhe geschickt und dort zentral gescannt. Unterm Strich ergibt sich für alle Steuererklärungen damit eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von 36 bis 39 Tagen. Weniger Aufwand für die Bürger bei der Steuererklärung dürfte sich auch durch die Umstellung von Belegvorlage- zur Belegvorhaltepflicht ergeben.

Konkret heißt das: Das Finanzamt will Belege nicht mehr per se sehen, sondern fordert sie bei Bedarf an. Wobei die Behörde in bestimmten Fällen dennoch Wert auf Unterlagen und möglichst ausführliche Darlegungen in der Erklärung legt. Dies sei zum Beispiel der Fall bei der Anschaffung eines Vermietungsobjekts, einer neu begründeten doppelten Haushaltsführung oder der erstmaligen Geltendmachung einer Behinderung. Das verstärkt eingesetzte elektronische Risikomanagementsystem ist überdies sensibel bei anderen steuerlichen Änderungen und trifft überdies eine Zufallsauswahl. „Dann wird im Zweifel der Gesamtfall noch einmal nachgeprüft“, erläutert Amtsvorsteher Salaske.

Übrigens: Seit zwei Jahren haben Steuerpflichtige in Baden-Württemberg bis zum 31. Juli Zeit, ihre Erklärungen abzugeben – also zwei Monate länger als bis dato üblich. 2019 wird diese Fristverlängerung auch bundesweit gesetzlich gültig. Wer zur Erklärung verpflichtet ist und den späteren Abgabetermin dennoch verstreichen lässt, für den kann es künftig ungemütlicher werden. Denn der Finanzamtsvorsteher kündigt an, mit Verspätungszuschlägen im Gegenzug restriktiver umzugehen: „Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt.“

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