Eklat beim Weltwirtschaftsforum in Davos

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Deutsche Presse-Agentur

Israels Staatspräsident Schimon Peres und der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sind nach ihrer heftigen Auseinandersetzung beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos um Schadensbegrenzung bemüht.

Peres rief Erdogan noch in der Nacht zum Freitag an und äußerte sein Bedauern, wie Erdogan sagte. Die israelische Tageszeitung „Haaretz“ zitierte Peres mit den Worten: „Freunde können sich manchmal streiten.“

Erdogan hatte am Donnerstagabend im Streit um den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen und im Ärger über die Moderation einer Gesprächsrunde Davos wütend verlassen. Bei seiner Ankunft in Istanbul wurde er für seinen Auftritt gefeiert. Tausende Demonstranten versammelten sich am frühen Freitagmorgen am Flughafen. Viele schwenkten türkische und palästinensische Flaggen sowie Spruchbänder mit Texten wie „Willkommen zurück, Eroberer von Davos“ oder „Welt, schau auf unseren Ministerpräsidenten“. Anti-israelische Slogans wurden gerufen.

„Ich habe stets großen Respekt für die Türkische Republik und für Sie als ihren Ministerpräsidenten empfunden“, wurde Peres weiter zitiert. Er betrachte sich weiter als Freund der Türkei und ihres Regierungschefs, soll Israels Staatsoberhaupt betont haben.

Der türkische Regierungschef erklärte, er kritisierte ausschließlich die israelische Regierungspolitik, nicht aber das israelische Volk oder die Juden. Erdogan hatte in der Gesprächsrunde darauf bestanden, direkt auf einen emotionalen Redebeitrag von Peres reagieren zu können. Peres hatte deutlich länger als andere in der Runde geredet und Erdogan direkt angesprochen. Der Moderater wollte Erdogan zunächst keine unmittelbare Reaktion erlauben und war ihm mehrfach ins Wort gefallen.

„Wenn es ums Töten geht, mit dem Töten kennt ihr euch sehr gut aus“, sagte Erdogan in Davos an Peres gerichtet. Zwei israelische Regierungschefs, deren Namen er gern nennen könne, hätten ihm erklärt: „Wir sind glücklich, wenn wir in Palästina mit Panzern und Waffen eindringen.“ Erdogan warf Peres vor, dieser habe seine Stimme in der Rede erhoben, weil er Schuldgefühle habe.

Peres hatte den Militäreinsatz im Gazastreifen mit mehr als 1300 Toten auf palästinensischer Seite als unumgänglich gerechtfertigt. Israel habe sich komplett aus dem Gazastreifen zurückgezogen, die Siedlungen aufgelöst, Wasser, Nahrungsmittel und Geld geliefert. „Dafür haben wir Raketen aus dem Iran bekommen“, sagte Peres in Bezug auf den Raketenbeschuss des israelischen Grenzgebiets durch die in Gaza herrschende radikal-islamische Hamas. „Warum kämpfen die gegen uns?“, fragte er.

Erdogan zeigte sich enttäuscht, dass die Vermittlungsversuche seiner Regierung zwischen Israel und Syrien auch bezüglich der Hamas gescheitert seien. Es hätte nur noch wenig gefehlt und man hätte eine Einigung erzielt, sagte Erdogan. Doch anstatt auf die Vermittlungen zu antworten sei Israel am 26. Dezember in den Gazastreifen einmarschiert. „Hier wurde Gewalt unverhältnismäßig eingesetzt“, sagte Erdogan. Der militärischen Macht Israels hätten die Palästinenser nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen gehabt.

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