Einzelhandel sieht sich in Krise als Rettungsanker

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Deutsche Presse-Agentur

Der deutsche Einzelhandel sieht sich angesichts der Konjunkturkrise als stabilisierender Faktor für die Wirtschaft.

„Die jüngsten GfK-Daten zur Verbraucherstimmung zeigen, dass wir das Jahr nicht vorzeitig abschreiben sollten“, sagte der Sprecher des Branchenverbands HDE, Hubertus Pellengahr, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die derzeit niedrigen Energiepreise und guten Tarifabschlüsse vom vergangenen Jahr wirkten sich positiv aus. „Das bringt mehr als ein Konjunkturprogramm.“ Nach der jüngsten Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist die Verbraucherstimmung auch im Januar stabil geblieben. Die Konsumneigung habe sich sogar spürbar verbessert.

Dennoch ist laut Pellengahr auch im Einzelhandel zu beobachten, dass die Verbraucher mehr auf den Preis schauen. „Es ist nicht so, dass wir die Krise überhaupt nicht spüren.“ Der Handel bewege sich aber seit Jahren auf einem niedrigen Niveau und das könne derzeit gehalten werden. „Damit sind wir in einem extrem schwierigen Umfeld recht zufrieden“, betonte Pellengahr. Genaue Prognosen für das laufende Jahr will der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) erst in der kommenden Woche abgeben, wenn auch vom statistischen Bundesamt die Umsatzzahlen für Dezember vorliegen. Derzeit geht der HDE davon aus, dass im Weihnachtsgeschäft zumindest das Vorjahresniveau gehalten wurde. Seine Prognosen lagen bei einem Plus von einem Prozent.

Nach Einschätzung von HDE-Präsident Josef Sanktjohanser könnte der private Konsum die Konjunktur „vor dem ganzen tiefen Tal“ bewahren. „Der Konsum hat sich auch im Januar auf stabilem Niveau bewegt“, sagte Sanktjohanser dem Berliner „Tagesspiegel“ (Mittwoch). Dazu beitragen würden die höheren verfügbaren Einkommen. Und auch die Rückkehr zur alten Pendlerpauschale bringe Entlastung.

Er kritisierte allerdings erneut das zweite Konjunkturpaket der Bundesregierung. „Die vielen Milliarden, die die Regierung spendiert, werden zu breit gestreut“, sagte Sanktjohanser. Statt einzelne Branchen zu fördern oder 100 Euro Kinderbonus zu zahlen, sollten lieber die Einkommenssteuer- und Sozialversicherungstarife gesenkt werden. „Jetzt Strohfeuer zu zünden bringt nichts. Wir wollen eine dauerhafte Stärkung des Konsums.“

[Hauptverband des Deutschen Einzelhandels]: Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin

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