Einspruchsfrist endet: Mandant muss Anwalt selbst anrufen

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Mandant muss von sich aus mit seinem Anwalt Kontakt aufnehmen, wenn er von dem drohenden Ablauf einer Frist weiß. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz hervor (Aktenzeichen: 10 U 1640/07).

Insbesondere kann der Klient sich nicht darauf berufen, der Anwalt habe ihn nicht rechtzeitig vor Fristablauf erreichen können, da seine Telefon- und EDV-Anlage gestört gewesen sei. Das Gericht verwarf mit seinem in der Fachzeitschrift „OLG-Report“ veröffentlichten Beschluss die Berufung eines Klägers als unzulässig. Der Mann hatte in erster Instanz vergeblich Leistungen seiner Hausratversicherung eingeklagt. Die Berufung gegen das Urteil des Landgerichts ging jedoch erst nach Ablauf der gesetzlichen Frist bei Gericht ein. Der Anwalt des Klägers verwies darauf, er habe mehrfach vergeblich versucht, mit dem Kläger per Telefon oder per E-Mail Kontakt aufzunehmen. Der Kläger behauptete, seine Telefon- und EDV-Anlage sei gestört gewesen, und bat daher, die Berufung nachträglich zuzulassen.

Das OLG lehnte dies ab. Die Richter verwiesen darauf, der Anwalt habe den Kläger frühzeitig auf die Frist hingewiesen. Es wäre daher seine Sache gewesen, mit dem Anwalt Kontakt aufzunehmen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

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