Eins für alle Sinne: Der Trend zu Multimedia-Möbeln

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Aus den Wohnzimmern verschwinden die Stereoanlagen. Unscheinbare Anschlüsse für MP3-Player ersetzen sie. Neuerdings hält auch das Internet Einzug. Und Spielkonsolen stehen schon lange zwischen Fernseher und Sofa.

Langsam wird es also voll in der guten Stube. Der Wunsch, alle Medien in einem Möbel zu bündeln, liegt da auf der Hand. Immer mehr Möbelhersteller zeigen mit sogenannten Multimediamöbeln, wie das gehen kann.

So waren Anfang des Jahres „Home Entertainment und Multimediamöbel für die spannende Unterhaltung zu Hause“ einer der großen Trends auf der internationalen Möbelmesse „imm cologne“ in Köln. Das liegt zum einen daran, dass Männer zunehmend den Möbelkauf für sich entdecken - die Arbeitsteilung „Er entscheidet über das Auto, Sie über die Möbel“ gelte nicht mehr, sagt Markus Majerus vom Veranstalter Koelnmesse.

„Was man früher gern in der Kneipe gemacht hat, passiert heute auch viel zu Hause - auch der besseren Technik wegen“, sagt Ursula Geismann, Trendexpertin des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM). „Man lädt sich zehn Freunde ein und guckt Fußball - mit möglichst professioneller Ausstattung.“ Auch dieser Trend zum Profi-Material in den eigenen vier Wänden stecke hinter dem Schlagwort „Homing“. Es steht aber auch für das zunehmende Zusammenwachsen der einzelnen Wohnräume.

Auf die Verbindung von Ess- und Wohnbereich zielt zum Beispiel das TV-Rack „Two Vision“ des Herstellers Bacher. Zwei senkrechte Säulen ermöglichen es, die Front mit Fernsehschirm und DVD-Rekorder ohne hässlichen Kabelwust in verschiedene Richtungen individuell zu schwenken, erklärt Mitarbeiter Thomas Klein. In den seitlichen Senkrechten ist Platz für das Aufbewahren von 30 DVDs oder CDs.

Eine dezente Musikquelle soll das iBoard von Willisau sein: In die Oberfläche des Sideboards ist eine Dockingstation für den MP3-Player eingelassen. Per WLAN funkt die mobile Festplatte für Musik das Signal zu einer mobilen Lautsprechersäule, erklärt eine Sprecherin. Die Reichweite betrage dabei bis zu 100 Meter.

Für satten Sound mit physischem Eindruck soll der Lounge-Sessel „Music Rocker“ von Easychair sorgen. Auf der Höhe des Kopfes sitzen in dem Sessel seitlich zwei Lautsprecher, ein Subwoofer im Sitz steuert die Bässe bei.

„Sie müssen das Sofa gar nicht mehr verlassen, um sich mit Internet, Fernsehen oder der Haustechnik zu vernetzen“, sagt Majerus mit Blick auf eine andere Neuvorstellung dieses Frühjahrs: Das Netz, E-Mails oder die Spielkonsole bringt das Sofa „Athena“ des Herstellers Artanova aus der Schweiz auf eines von zwei kleinen Displays, die sich aus der Seitenlehne klappen lassen.

Wenn Häuser künftig massenweise mit moderner Elektrotechnik ausgestattet sind, soll es auch möglich sein, vom Sofa aus zum Beispiel die Rollladen herunterzulassen. Und weil das Display laut Kuhnen aus Material aus der Medizintechnik gefertigt ist, lasse sich auch das Glas Wein darauf abstellen. Mancher will eben doch auf ganz traditionelle Weise entspannen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen