Eine Zeitreise zum Postpunk-Groove mit Pottery

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Pottery
Let's Dance - mit Pottery. (Foto: Brooke Rutner / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Werner Herpell

Oft gehen hoch greifende Vergleiche von Plattenfirmen zur Beschreibung ihrer neuesten Lieblinge ja kräftig in die Hose (und meist sind sie zu schmeichelhaft). Den Leuten beim Label PIAS ist das Spiel mit Referenzen für die kanadische Band Pottery nun ganz gut geglückt.

„Talking Heads gehen mit Devo und den Undertones in die Garage“, so preisen die PR-Schreiber ihre Newcomer aus Montreal an. Und tatsächlich: Für eine Truppe, die sich den etwas tumben Namen „Töpferei“ gegeben hat, klingt das Debüt „Welcome To Bobby’s Motel“ (Partisan) geradezu sensationell nach alten Helden des Postpunk (man hätte übrigens auch noch A Certain Ratio oder Gang Of Four erwähnen können).

Beispiel „Texas Drums Pt I & II“ - ein ekstatisches, im Talking-Heads-Sound von „Fear Of Music“ (1980) groovendes Rhythmus-Monster. Der Track ist eine Liebeserklärung an das Schlagzeug und kombiniert Harmony-Gesänge („Won't you play those funky drums for me?“) über gut sechs Minuten mit abgedrehter Psychedelia und wilden Gitarren-Soli. Wer sich dazu nicht bewegt, sollte sich ein paar ernste Gedanken machen.

Produziert wurde „Welcome To Bobby’s Motel“ im Break Glass Studio in Montreal. An den Reglern saß Jonathan Schenke, der bereits mit den Parquet Courts arbeitete, deren Sound ähnlich treibend sowie traditionsbewusst und modern zugleich klingt wie bei Pottery.

Fazit: Wer sich ein bisschen in den tanzbaren, aber nie glatten Punk-Funk der späten 70er und frühen 80er Jahre zurückversetzen lassen will, findet dafür mit diesen Kanadiern eine perfekte neue Band. Eine lohnende Zeitreise.

© dpa-infocom, dpa:200721-99-869263/4

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