Eine spektakuläre Reise ins Erdinnere

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Eine spektakuläre Reise ins Erdinnere (Foto: Thumm)
Schwäbische Zeitung
Heinz Thumm

Zu einer atemberaubenden Geschichte voller Spannung und Dramatik, eine Mischung aus Geologie und Geheimnisvollem ist die Buchvorstellung „Die Wimsener Höhle“ geworden. Rainer Straub, selbst erfahrener Höhlentaucher und Forscher, präsentierte sein neues Buch in der historischen Wimsener Mühle.

Für viele Besucher war der Weg zur Veranstaltung schon das erste Abenteuer. Auf teilweise immer noch vereisten Ortsverbindungsstraßen war die Anfahrt nicht ganz einfach. Aber der Abend der Buchpräsentation verbarg noch viele weitere Geheimnisse und Überraschungen.

Roland Freiherr von Saint-André, Herr über Schloss Ehrenfels und Eigentümer der Wimsener Höhle, begrüßte die Besucher im Kulturdenkmal Wimsener Mühle. Seit vielen Jahren unterstützt er die Entdecker der Höhlenforschungsgruppe Ostalb-Kirchheim bei ihren nicht ungefährlichen, hoch interessanten Untersuchungen.

„Man entdeckt kein Neuland, ohne den Mut zu haben, das Bekannte zu verlassen“: Mit diesem Spruch von André Gide hatte sich Rainer Straub, Diplom-Ingenieur aus Filderstadt, auf Höhlenforschung begeben. Am Anfang stand die Geschichte von Wimsen – und die ist allein schon eine Entdeckung wert: Von Rittern, Grafen und Mühlen ist in Straubs Buch zu lesen, in lebendiger und interessanter Weise verfasst.

Mit der Gründung des Schwäbischen Albvereins im Jahre 1888 wurde die einzige mit dem Boot zu befahrende Schauhöhle Deutschlands zu einem bis heute beliebten Ausflugsziel für Wanderer und Naturliebhaber. Ausgehend vom romantischen Glastal mit weiteren kleineren Höhlen, glasklaren Wasserläufen und mächtigen Felsen liegt hier ein richtiges Kleinod. Der einzigartige Naturraum bietet ein fast einmaliges Erlebnis.

Rainer Straub und Dr. Salvatore Busche wechselten sich ab in der Beschreibung der Höhlenexpeditionen. Spannend erzählten sie den Besuchern von der Erforschung der Höhle, ihrer Lebenswelt, der Geologie und von außergewöhnlichen archäologischen Funden. Die Besucher hielten regelrecht den Atem an bei den sagenhaften Geschichten und geheimnisvollen Tauchgängen. Sie konnten mitfühlen und mancher fühlte sich wohl selbst vom „Höhlenvirus“ angesteckt, der bereits viele Höhlenforscher hartnäckig befallen hat.

Forschen mit Mut und Herzblut

Das 112 Seiten dicke Buch „Die Wimsener Höhle – Expedition in die tiefste Unterwasserhöhle Deutschlands“ ist im Jan Thorbecke Verlag und enthält in historischer Verantwortung, sensationelle Entdeckungen. Neben Fahrtenberichten und viel Wissenswertem sind darin alte und aktuelle Bilder, Pläne, Skizzen und Grafiken zu finden. Die genauen Dokumentationen und Beschreibungen mit vielen kleinen Ergebnissen zeugen vom Herzblut der Forscher – und auch von der Erfahrung und dem Mut, in unbekannten, unterirdischen Höhlen, Gängen und Schächten Untersuchungen und Vermessungen vorzunehmen.

Die Spannung und Euphorie, die bei dieser spektakulären Reise ins Erdinnere vermittelt wurde, hielt auch bei den vielen Gesprächen nach der Veranstaltung noch lange an.

Rainer Straubs „Die Wimsener Höhle“ ist im Jan Thorbecke Verlag erschienen (ISBN 978-3-7995-0795-0) und kostet 19,99 Euro.

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