Eine ordentliche Packung: Haarpflege richtig auswählen

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Deutsche Presse-Agentur

In den Drogerien biegen sich die Regale unter der Last der Auswahl an Spülungen, Kuren und Masken. Wer das falsche Produkte wählt, kann seinen Haaren sogar schaden. Deshalb ist es wichtig, dass die Pflege auf den Haartyp abgestimmt ist.

Es könne fatale Folgen haben, einfach irgendetwas aus dem Regal zu holen und „draufzuschmieren“, sagt Jens Dagné aus Worms, Vorstand der Friseurvereinigung Intercoiffure Deutschland. „Das Haar klebt zusammen, wirkt fettig, die Kopfhaut wehrt sich.“

Eine genaue Haaranalyse durch einen Profi empfiehlt auch der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt/Main. Das schränke die Auswahl ein. Denn die Palette der Kuren, Spülungen, Masken und Aerosol-Schäume ist groß - und nicht immer sind die Begriffe eindeutig definiert.

Spülungen, auch Conditioner genannt, ziehen das Haar durch einen vergleichsweise sauren pH-Wert zusammen. „Das ist bei trockenem und sprödem Haar sinnvoll“, erläutert Franz-Josef Küveler, Artdirektor des Zentralverbands des Deutschen Frisurenhandwerks in Köln. Die Schuppenschicht, die das Haar in mehreren Lagen umgibt und im Idealfall geschlossen ist, ist bei trockenem Haar rau. Spülungen überdecken diese feinen Risse und gleichen Unebenheiten aus.

Allerdings müssen solche Spülungen wegen ihres hohen Säureanteils schnell wieder ausgewaschen werden. Das verringert die Pflegewirkung. „Deswegen rate ich meinen Kundinnen in der Regel von Spülungen ab“, sagt Dagné. „Damit pflegt man eher den Abfluss als das eigene Haar.“ Intensiver wirken klassische Kuren, die es als „Rinse-Off-Produkte“ - also zum Ausspülen - oder als „Leave-Ins“ gibt. Letztere wirken längere Zeit im Haar ein.

Dabei können Schaumkuren auf der Basis von kationischen Pflegestoffen und Silikonen in der Regel im Haar bleiben, ebenso wie Sprühkuren. Die meisten Cremes und Emulsionen müssen ausgespült werden, da ihre Rückstände sonst das Haar beschweren und Leichtigkeit und Volumen dann gleich wieder dahin wären. Was für wen besser geeignet ist, hängt vom Zustand der Haare ab. „Manche Kuren zum Beispiel pflegen gleichzeitig die Kopfhaut“, sagt Küveler. „Das ist ideal für denjenigen, der Probleme mit schnell fettendem Haar hat.“

Ist das Haar durch Dauerwelle, Färben, Strähnen oder Umweltbelastungen wie UV-Strahlung besonders angegriffen, darf zusätzlich ab und an zu einer Intensiv-Kur oder Maske gegriffen werden. Aber wie hoch die Pflegeanteile auch sind: Größere Schäden wie Spliss kann selbst die beste Kur nicht beseitigen. „Bei richtig gesplissten Spitzen hilft nur der Gesundschnitt“, sagt Stefanie Köhn aus Wetzlar, Sprecherin beim Bund Deutscher Haarformer. Besser als Großmutters Tipps und Tricks sind die Produkte des Fachhandels aber allemal, darin sind sich alle Experten einig.

Bei falscher Dosierung oder Einwirkzeit fügen Hausmittel dem Haar sogar Schaden zu, warnt Küveler: „Zu viel Essig- oder Zitronensäure zum Beispiel tun dem Haar unter Umständen gar nicht gut.“ Außerdem, sagt Köhn: „Wer will schon Essigmief im Haar - oder eine Frisur mit Bierfahne?“

Kuren sollten grundsätzlich in das frisch gewaschene und nur sanft frottierte Haar einmassiert werden. Bei „Rinse-Off-Produkten“ muss unbedingt die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit beachtet werden, bevor die Kur gründlich ausgespült wird. Bei zu kurzer, aber auch bei zu langer Verweildauer auf dem Kopf kann sich die Pflegewirkung deutlich verringern. Erhöht werden kann sie dagegen durch Wärme: Während der Einwirkzeit ein Handtuch um den Kopf zu wickeln genügt schon. Ideal ist es, das Haar danach an der Luft zu trocknen. Hitzestress durch Föhn oder Lockenstab belasten das Haar sehr und können langfristig zu Schäden führen.

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