Eine Frage der Einstellung

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Die Handballer der TSG Ehingen haben die Bezirksliga-Runde mit einer Niederlage abgeschlossen. Die TSG verlor beim Schlusslicht Bregenz II, das bereits vor dem Spiel als Absteiger feststand, 30:35 und büßte auch den zweiten Tabellenplatz ein. Die Ehinger fielen auf Rang vier zurück.

TSG-Trainer Winfried Biberacher fand keine richtige Erklärung dafür, dass seine Mannschaft nach guten Leistungen in den vergangenen Wochen im letzten Punktspiel der Saison von Anfang an nicht in Tritt kam. Lag es daran, dass die Ehinger den Gegner, der zuletzt meist mit kleinem Kader angetreten war und eine hohe Niederlage nach der anderen kassiert hatte, auf die leichte Schulter nahm, oder daran, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Relegationsspiele zur Landesliga geben wird und damit der zweite Tabellenplatz nicht mehr sein würde als das beste Ergebnis hinter dem Meister und Direktaufsteiger Friedrichshafen-Fischbach? Winfried Biberacher schrieb die Niederlage gegen die diesmal in großer Besetzung aufgelaufenen Bregenzer der mangelhaften Einstellung seiner Mannschaft zu, denn eins war ihm klar: „Wir haben uns selber geschlagen.“

Beim 3:3 letztmals gleichauf

Die TSG Ehingen lief von Anfang an einem Rückstand hinterher. Bregenz führte schnell mit 2:0, ehe Manuel Latinovic und Tim Biberacher ausglichen. Auch beim 3:3 lagen beide Mannschaften gleichauf, allerdings zum letzten Mal in diesem Spiel. Die Österreicher setzten sich auf 7:4 (11. Minute) und 11:7 (18.) ab, zur Pause stand es 17:14.

Der Gastgeber hielt die Ehinger auch nach dem Seitenwechsel auf Distanz. Beim 22:17 in der 37. Minute trennten beide Mannschaften erstmals fünf Treffer. Dabei war es nicht so, dass der Gastgeber restlos überzeugte. Auch der Mannschaft aus Bregenz unterliefen Fehler, doch nach Ballverlusten der Österreicher verlor die TSG oft postwendend selbst den Ball. Trainer Biberacher notiert gewöhnlich nicht nur die Tore seiner Spieler, sondern auch deren Fehlversuche, Fehlpässe und Fehler in der Abwehr. Bei mehr als einem Dutzend „verballerten Würfen“ habe er am Samstag in Bregenz aufgehört, mitzuschreiben, ähnlich war es bei den Nachlässigkeiten in der Deckung. 35 Gegentore waren für ihn und die Mannschaft, die in der Tabelle als drittbeste Abwehr Liga ausgewiesen ist, indiskutabel – noch dazu gegen eine Bregenzer Mannschaft, die die wenigsten Treffer der zwölf Bezirksligisten erzielt hat.

Die Ehinger kamen in den letzten zehn Minuten noch einmal bis auf zwei Tore heran (28:26, 29:27 und 30:28), ehe Bregenz mit drei Treffern in Folge auf 33:28 davonzog. Zweieinhalb Minuten vor Ende war damit die Entscheidung gefallen. Die TSG musste sich wie in der Hinrunde der „Zweiten“ von Bregenz geschlagen geben und dadurch – und weil Lustenau und Bad Saulgau II am letzten Spieltag erfolgreich waren – den zweiten Tabellenplatz wieder räumen, den sie erst am Wochenende zuvor eingenommen hatte.

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