Eine dicke Narbe erinnert an den schmerzhaften Eingriff

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Herbert Beck
Redaktionsleiter

Die 13-jährige Shartu Ibrahim will nicht viel reden. Nach mehrfachem Fragen lässt sie heraus, dass sie noch fünf Schwestern und zwei Brüder hat und an diesem Nachmittag in die Getreidemühle von Bedada geschickt worden ist. So etwas fehlt in ihrem Heimatdorf Gandebuka. Nicht nur Shartus Gesicht wird durch eine gezackte Narbe auf der Stirn oberhalb des Nasenrückens geprägt – Überbleibsel eines Eingriffs, auf den viele Heiler setzen.

Die schlechten hygienischen Bedingungen, der Mangel an sauberem Wasser und die staubige, schlechte Luft in den verrußten Hütten führen häufig schon in jungen Jahren zu schweren Augenentzündungen. Als ein probates Mittel gilt, zwischen den Augen einen tiefen Schnitt zu setzen und das austretende Blut in das entzündete Auge zu leiten. Bei Shartu scheint der Eingriff, der ohne Betäubung vorgenommen wird, sogar geholfen zu haben. Oder sie hatte einfach nur viel Glück. Die Narbe fällt bei ihr allerdings besonders stark auf. Das Messer war wohl nicht sterilisiert.

Andere Menschen reiben sich unentwegt die Augen, weil auch die einfachsten Medikamente fehlen. Ältere sehen häufig kaum noch oder sind blind. Deshalb setzt die Böhm-Stiftung in den von ihr gebauten Schulen regelmäßig Gesundheitskurse an. „Oft verhindern schon ein bisschen Pflege und das richtige Verhalten, dass diese schmerzhaften Erkrankungen weiter auftreten“, betont Projektmitarbeiter Akililu Denberre.

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