Eine bunte Reise durch die Bläserliteratur

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Unter der Leitung von Mario Stiebler hat die Musikkapelle Unterreitnau 1823 wieder ein rundum gelungenes Adventskonzert geboten.
Unter der Leitung von Mario Stiebler hat die Musikkapelle Unterreitnau 1823 wieder ein rundum gelungenes Adventskonzert geboten. (Foto: Helmut Voith)
Helmut Voith

Zum traditionellen Adventskonzert hat die Musikkapelle Unterreitnau 1823 am vergangenen Samstagabend ins Freizeitzentrum Oberreitnau eingeladen. Und es kamen so viele Zuhörer, dass im Umkreis kaum noch ein Parkplatz zu ergattern war.

Mit Paul Linckes Operettenlied „Berliner Luft“ als erster Zugabe und dem der gerade beginnenden Vorweihnachtszeit entsprechenden „rotnasigen Rentier Rudolf“ als zweiter und endgültiger Zugabe ging ein Konzert zu Ende, das aus allen Bereichen etwas bot, die die Besucher gerne hören. Charmant führte Andrea Müller durch das vom Dirigenten Mario Stiebler zusammengestellte Programm und lieferte die passenden Hintergrundinformationen, ob zu Leonard Bernsteins „West Side Story“ oder zu berühmten Filmmelodien aus der Feder des ebenso vielfach ausgezeichneten Komponisten Hans Zimmer. Geboten wurde ein Mix aus Altem und Neuem. Das Musicalmedley brachte die vielen Besucher ebenso zum Applaudieren wie der Astronautenmarsch von Josef Ulrich oder die Schnellpolka von Eduard Strauß, bei der der langjährige Dirigent das schnelle Tempo immer weiter trieb und seine Musiker in sauberem Spiel mithielten.

Schön, wie schon beim Auftakt mit dem Weihnachtslied „Herbei, o ihr Gläubigen“ die Melodie durch die Register wanderte und immer neue Farben annahm, bis sich alle zum festlichen Lobpreis vereinten. Das passte ebenso zum Adventskonzert wie die stilvoll festlich geschmückte Halle. Gleich zu Beginn hatte Vorstand Stefan Grimminger einen schönen, unterhaltsamen Konzertabend gewünscht und dieses Versprechen auch eingelöst. Das Engagement der Kapelle das ganze Jahr über lobte Bürgermeister Karl Schober in seinem Grußwort im Namen der Stadt Lindau und freute sich auf die „geschenkte Zeit der Ruhe“ nach zunehmend intensiver Probenarbeit.

Die idyllisch-hymnische Welt der Nonne Helena prallte in Steven Reinekes großem Klanggemälde „Die Hexe und die Heilige“ auf das wilde, dämonische Element der Zwillingsschwester Sibylla. In ruhigem Dirigat arbeitete Mario Stiebler die Kontraste dieser musikalischen Hexenjagd heraus, der sich Edward Elgars feierlichem Militärmarsch „Pomp and Circumstance Nr. 4“ anschloss. Als „Ohrenschmaus für Marschmusikliebhaber“ kündigte Andrea Müller den traditionellen Astronautenmarsch von Josef Ulrich an, der schwungvoll ins All führte.

Nach der Pause und einem Gang durch die „West Side Story“ von „I feel pretty“ bis „I like to be in America“ nahm Bezirksleiter Helmut Münzel vom Allgäu-Schwäbischen Musikbund die Ehrungen vor. Vier Jungmusiker wurden für erfolgreich abgeschlossene Bläserkurse ausgezeichnet, vier Musiker für zehn Jahre aktiver Mitgliedschaft. 25 Jahre ist Cornelia Kremler dabei, der auch Stefan Grimminger herzlich für ihr Engagement dankte.

Eine Besonderheit war die Ehrung für Manfred Sauer: 60 Jahre ist er im Verein aktiv als Klarinettist, als zweiter Dirigent und Leiter der Jungbläser hat er fast alle jetzt Aktiven ausgebildet.

Zügig ging weiter im Programm, nach Afrika, Wien und in Zimmers Filmwelt. Lang und herzlich war der Applaus, man war sich einig, dass die lange Probenarbeit sich gelohnt hat.

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