Ein Schneider schlägt einen Redakteur

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Schwäbische Zeitung

Die Hohenzollerische Volks-Zeitung verdeutlicht mit dem Kurzbericht über eine Schlägerei zwischen zwei Männern am 6. März 1909, wie weit Hass und Fanatismus auch in der Kommunalpolitik führen können.

Ein Redakteur erschien nach einer Stadtverordnetenwahl im Rathaus, um das Wahlresultat in Empfang zu nehmen. Da kam der Schneidermeister K. W. auf ihn zu und stürzte sich auf den Zeitungsmann, "den er mit Schlägen ins Gesicht traktierte, ihm den Zwicker von der Nase schlug und sonst misshandelte, ohne dass der Angegriffene mit dem Angreifer vorher einen Zusammenstoß gehabt hätte."

Die Hohenzollerische Volks-Zeitung teilte mit, der Grund der Tat liege vermutlich darin, dass der Schneidermeister seinen Vater, der bei der Stadtverordnetenwahl kandidiert hatte, durch das Blatt, für das der Redakteur arbeitete, verunglimpft glaubte. Nun werde die Angelegenheit vor Gericht verhandelt. Es sei aber "ein trauriger Zustand innerhalb einer Gemeinde, wenn politische Gegner zu Tätlichkeiten übergingen." (ba)

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