Ein Platz für die Schönheit: Schminkkommoden

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Deutsche Presse-Agentur

Puderdöschen und Parfüm, Bürste, Make-up, Nagellack und Schmuck - die Beauty-Accessoires einer Frau nehmen eine Menge Platz ein. Meistens wird alles mehr notdürftig als schön im Badezimmerschrank verstaut.

Früher sah das ganz anders aus: Da wurde alles auf der Schminkkommode aufgereiht, an der die Dame des Hauses Platz nahm, um vor einem großen Spiegel nach allen Regeln der Kunst ihr Make-up aufzulegen. Wie praktisch und zugleich hübsch das ist, entdecken auch die Designer von heute gerade wieder - und interpretieren den nostalgischen Klassiker ganz neu.

Die Lust sich zu schminken und auch das Körperbewusstsein hätten sich in den vergangenen Jahren verändert, begründet die Designerin und Stylistin Heike Kötter aus dem nordrhein-westfälischen Kamen das neue Interesse an Schminkkommoden. Mit einem Schminkplatz könne zu Hause eine kleine Insel der Entspannung und des Wohlbefindens, aber auch ein Ort der Vorfreude auf ein besonderes Ereignis geschaffen werden, sagt Kötter, die selber Schminktische entwirft.

Es gebe zwar noch keinen großen Trend zu Schminkkommoden, es tauchten aber immer wieder einzelne Stücke in den Kollektionen der Möbeldesigner auf, sagt Markus Majerus von der Kölnmesse, die die internationale Möbelmesse IMM Cologne ausrichtet. „Und die sind dann natürlich nicht mehr nur praktisch wie zu Omas Zeiten, sondern sehr stylisch, oft exotisch oder asiatisch angehaucht.“

Im Prinzip gebe es bei den Schminkkommoden wie auch in allen anderen Möbelbereichen eine Vielfalt an Stilen, ergänzt Ursula M. Geismann vom Verband deutscher Möbelhersteller (VDM) in Bad Honnef. „Das geht von klassisch-modern bis romantisch, von bunt bis uni, von verschnörkelt bis schlicht.“

Auffällig ist dabei, dass die wenigsten explizite Frisiertische sind. „Oft handelt es sich um kleine Tische oder Kommoden mit Spiegel, die zwar zum Schminken genutzt, aber durchaus auch irgendwo anders in der Wohnung eingesetzt werden können“, erzählt Majerus.

Ein Beispiel dafür sind die Kommoden des schwedischen Möbelkonzerns Ikea: Der bietet mit dem Modell „Hemnes“ nicht nur eine typische, leicht verspielt anmutende Spiegelkommode an, sondern hat nun sogar seinen modernen Klassiker „Malm“ mit Spiegel ausgestattet.

Mediterran-romantisch präsentiert der Möbel-Versand Octopus mit Sitz in Hamburg seinen hölzernen Spiegeltisch „Barbier von Sevilla“, der wahlweise in Türkis oder Weiß zu erhalten ist. Beim Unternehmen Kare Design aus Garching bei München geht es sogar noch romantischer zu: Die Kommoden „Romantic“ in Weiß, Rot, Schwarz oder Gold sind mit üppigen barocken Ornamenten verziert.

Deutlich schlichter und moderner, dafür aber explizit als Frisiertisch gedacht, sind die Modelle, die die Firma Hülsta aus dem nordrhein-westfälischen Stadtlohn im Programm hat: Klare Formen, große Flächen und Stauraum für viele Utensilien prägen das Bild dieser Schminkmöbel.

Genügend Stauraum sei überhaupt eines der wichtigsten Kriterien bei der Wahl des passenden Frisiertisches, betont Ursula M. Geismann. „Mindestens zwei Schubladen sollten es schon sein, sonst liegt gleich wieder etwas auf der Kommode selbst herum“, rät die Expertin. Praktisch ist zudem, wenn die Schubfächer selbst wieder kleine Unterteilungen haben, in denen Lippenstifte, Puder, Wimperntusche und Cremes nicht wild durcheinanderwürfeln, sondern ordentlich sortiert werden können.

Sinnvoll sind Spiegel mit beweglichen Seitenflächen. „Bei klappbaren Spiegeln kann man sich wirklich von allen Seiten sehen“, so Geismann. Das sei zum optimalen Schminken sicher ein Vorteil. Außerdem sollte der Spiegel so groß sein, dass er zumindest den kompletten Oberkörper abbildet.

Der größte Spiegel nutzt allerdings nichts, wenn das Licht nicht stimmt. „Wird das Gesicht direkt angestrahlt oder bei künstlichem Licht wie Neon geschminkt, kann das Ergebnis bei Tageslicht völlig übertrieben aussehen“, warnt Geismann. Ist es im Raum zu dunkel, muss unbedingt eine indirekte Beleuchtung am Schminktisch montiert werden. „Am besten am Spiegel integriert, um unabhängig von Tageszeit und Witterungsverhältnissen ein optimales Ergebnis zu erreichen“, bestätigt Heike Kötter.

Ein Schminktisch braucht unbedingt genügend Platz. Nicht nur, dass ein Hocker davor passen muss, auch die Schubladen sollten sich problemlos öffnen lassen. Praktisch ist es außerdem, wenn ein Stromanschluss in unmittelbarer Nähe vorhanden ist - zum Beispiel für den Einsatz von Föhn oder Lockenstab.

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