Ein Haus für die Edelbeurer Feuerwehr - aber nicht nur

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Carina Steinhauser

Erolzheim - Der Erolzheimer Teilort Edelbeuren hat ein neues Dorfgemeinschaftshaus und ein neues Gerätehaus für die örtliche Feuerwehr. Beides ist in einem Neubau untergebracht, der am Sonntag feierlich eingeweiht wurde. Zahlreiche Besucher kamen zur Einweihungsfeier, die morgens mit einem Frühschoppen begann und bis nachmittags dauerte.

Bernd Fischer, Abteilungskommandant der Feuerwehr Edelbeuren, freute sich in seiner Ansprache über das neue Feuerwehrgerätehaus. Es ist im Erdgeschoss des Neubaus untergebracht. Die Doppelgarage, in der sie bis vor kurzem noch ihre Ausrüstung lagerten, sei für die 19 aktiven Feuerwehrangehörigen nicht mehr zeitgemäß, erläuterte Fischer. Wie der Kommandant ausführte, sei die sieben mal acht Meter große Garage viel zu eng und habe weder Heizung noch sanitäre Anlagen. Im Gegensatz dazu biete die neue Fahrzeughalle auf 16 mal vier Meter nicht nur genug Platz für den neuen Sprinter, sondern auch einiges an Stell- und Lagerfläche für die Feuerwehrausrüstung.

„Gott zur Ehr – dem nächsten zur Wehr“, mit diesem Motto übergab Fischer das neue Gerätehaus seiner Bestimmung und wünschte allen viel Spaß mit den neuen Räumlichkeiten. Der Neubau liegt in Edelbeuren in der Ortsmitte an der Hauptstraße.

Nicht für private Veranstaltungen

Als einen zentralen Ort des Edelbeurer Dorflebens betrachtete ihn der Erolzheimer Bürgermeister Jochen Ackermann in seiner Ansprache. Die Räume des Dorfgemeinschaftshauses liegen im Obergeschoss des neuen Gebäudes. Laut Bürgermeister dürfen sie aus Rücksicht auf die umliegenden Gaststätten nicht für private Veranstaltungen genutzt werden. Doch es finden darin bereits Kurse der Volkshochschule statt.

„Das Haus ist architektonisch gelungen und wertet unseren Ortskern auf.“, meinte Bürgermeister Jochen Ackermann und wünscht allen Nutzern viel Freude daran. Außerdem dankte Ackermann dem Feuerwehrkommandanten Bernd Fischer und Stephan Högerle aus dem Gemeinderat für ihr Engagement, die Koordination und Beteiligung am Bau, sowie dem Architekturbüro Sick und Fischbach aus Ochsenhausen für die Planung und Leitung des Projekts. Sein Dank galt auch einer Vielzahl von Helfern, allen Ehrenamtlichen und den beteiligten Firmen für ihre Unterstützung. Er kündigte an, seinen Dank noch mit einem Fest für alle Helfer auszudrücken.

Bei der Einweihung ging Ackermann auch auf die Finanzierung des Neubaus ein. Laut Ackermann wäre ein reines Feuerwehrhaus für die Gemeinde „finanziell nicht darstellbar“ gewesen, weshalb das Feuerwehrgerätehaus mit einem Dorfgemeinschaftshaus kombiniert wurde.

Bau bleibt im Kostenrahmen

Die Baukosten wurden ursprünglich auf 800 000 Euro berechnet. Aufgrund von Eigenleistungen der Feuerwehr im Wert von etwa 150 000 Euro und einer Landesförderung in Höhe von 210 000 aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) blieben nur etwa 450 000 Euro übrig, die von der Gemeinde selbst aufgebracht werden mussten. Damit blieb die Gemeinde in ihrem vorher gesteckten Kostenrahmen. Es dauerte etwas länger als ein Jahr, um das Gebäude zu bauen. Bürgermeister Ackermann wies auf die hochwertigen Materialien, die genutzt worden seien, und auf die aufwendige Außenanlage hin.

Architekt Thomas Sick erklärte, dass für das Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehaus hauptsächlich der Baustoff Holz verwendet worden sei. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für ihre Arbeit. Für die Hilfe bei der Außenbepflanzung dankte Stephan Högerle dem Gartenbauverein. Neben dem CDU-Bundestagsabgeordneten Josef Rief war der CDU-Landtagsabgeordnete Raimund Haser gekommen.

Er lobte die Gemeinde Erolzheim für ihren hartnäckigen Bürgermeister, der, so Haser, „so lange anruft, bis man sich bewegt.“ Da Haser ein großer Freund von Dorfgemeinschaftshäusern sei, habe er sich für eine Beteiligung durch das Land eingesetzt.

Kreuz aus Mooreiche

Albert Klein von der evangelischen Kirchengemeinde Erolzheim-Rot schenkte zur Einweihung etwas Besonderes: ein Kreuz aus Mooreiche. Dieses Holz sei beim Bau freigelegt worden und im Boden konserviert worden, erläuterte Klein. Es könnte zwischen 600 und 8000 Jahre alt sein. Das Kreuz wurde von Pfarrer Walkler Caxilé gesegnet und anschließend im Dorfgemeinschaftshaus aufgehängt. Pfarrer Caxilé betete um Schutz durch den heiligen Florian und weihte das Haus, indem er jeden Raum mit Weihwasser segnete. Nach der Einweihung wurden die Gäste noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen und von der Musikkapelle Erolzheim unterhalten.

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