Ein guter Gast sein: Tipps für das Couchsurfing

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Deutsche Presse-Agentur

Die Idee ist so einfach wie genial: Reiselustige Menschen aus der ganzen Welt vernetzen sich online und bieten ihr heimisches Sofa kostenlos zum Übernachten an. Im Gegenzug dürfen sie selbst weltweit auf die Couch.

Gastgeber-Communities wie „hospitalityclub.org“, „bewelcome.org“ oder „couchsurfing.com“ boomen. Allein letztere hat nach eigenen Angaben mittlerweile rund 600 000 Mitglieder. Damit der Aufenthalt in fremden Betten tatsächlich auch zustande kommt und gut verläuft, sind ein paar Regeln zu beachten.

Das fängt mit der Anfrage an. Gerade Schlafmöglichkeiten in Großstädten sind beliebt und Gastgeber entsprechend wählerisch. Deshalb raten die Betreiber von „couchsurfing.com“: „Suche dir einen Host mit ähnlichen Interessen“. Um den zu finden, sollte man die Profile genau lesen und sich selbst ins rechte Licht rücken. Gehen Reisewillige dann in ihren Mails auf Gemeinsamkeiten ein, verbessern sie ihre Chancen auf eine Zusage.

Das Zwischenmenschliche soll bei den globalen Zusammentreffen im Vordergrund stehen. „Natürlich spare ich damit auch Geld“, sagt Manoella aus Hamburg “aber vor allem geht es mir darum, andere interessante Leute kennenzulernen.“ Die Brasilianerin kann zwar keinen Schlafplatz anbieten. Dafür trifft sie sich mit anderen Mitgliedern und zeigt ihnen Hamburg. Besucher seien auch dafür dankbar, sagt der 36-jährige Michael. „Das Wesentliche am Couchsurfen ist, dass du Menschen triffst, denen du sonst nie begegnen würdest. Und du bekommst einen anderen Zugang zu den Orten, die du besuchst.“

Der Dresdner hat mittlerweile rund dreißig Reisende beherbergt. Er selbst ist auf einer dreiwöchigen Reise durch Osteuropa zehnmal „gesurft“ und sagt: „Seither kenne ich beide Perspektiven.“ Ähnlich geht es Robert. Der Berliner kam bei einer Städtetour durch Europa insgesamt 20 Nächte bei Couchsurfern unter und „hostet“ dafür zwei bis vier Personen pro Monat. Doch wie funktioniert das eigentlich, wenn Fremde auf einmal die Wohnung teilen?

„Der Gastgeber bestimmt immer die Regeln“, sagt Michael. Gemeint sind Dinge wie rauchen, wann die Gäste zu Hause sein sollten, ob sie einen Schlüssel bekommen oder das Telefon benutzen dürfen. Ansonsten werde vorher nicht viel abgestimmt, erklärt Robert. „Die Leute bekommen meine Handynummer, die Adresse und die U-Bahn-Station, von der ich sie abhole.“ Nach dem Kennenlernen ginge es dann schnell zum Programm. „Die Gäste erzählen mir von ihren Vorstellungen und ich gebe ihnen Infos und Tipps zu Berlin - Stadtplan inklusive.“

Richtige Regeln stellt der Mittzwanziger bei sich zu Hause nicht auf. „Generell gelten dieselben Gesetze, die überall für Gäste gelten.“ Das beinhaltet zum Beispiel ein Gastgeschenk. „Ich habe den Leuten Kaffee aus meiner Heimat mitgebracht“, erzählt Manoella. Michael dagegen zeigte sich bei seinen Gastgebern mit einer selbst zusammengestellten CD erkenntlich.

Außerdem sollte man als Couchsurfer an die Verpflegung denken. „Zu Beginn meines Aufenthalts habe ich ein wenig den Kühlschrank gefüllt“, sagt Robert. Denn häufig wird zusammen gegessen - oder ausgegangen. „Da gibt es die Regel, dass der Gast die Zeche zahlen sollte“, erklärt Michael. Die Betreiber von „couchsurfing.com“ raten zudem, auch mal abzuwaschen und nichts unnötig rumliegen zu lassen.

Gastgeber-Community I: www.hospitalityclub.org

Gastgeber-Community II: www.bewelcome.org

Gastgeber-Community III: www.couchsurfing.com

Reisende sollten potenzielle Gastgeber ein bis vier Wochen vor ihrer Ankunft kontaktieren, raten die Betreiber der Gastgeber-Communities. Kurzfristigere Anfragen seien dagegen so wenig zu empfehlen wie längerfristige. Sie könnten leicht in Vergessenheit geraten oder den Eindruck erwecken, es handele sich eher um eine Hotel-Reservierung als um den Aufenthalt in einer privaten Bleibe. „Ich habe mich jeweils zwei Wochen im Voraus bei den Leuten gemeldet und bin damit immer gut gefahren“, erzählt Manoella aus Hamburg.

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