Ein „Großes Spiel“ für die ganze Stadt

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 Vom ersten Stock des Kulturbüros projiziert ein Hochleistungsbeamer Bilder an die Fassade der ehemaligen Gaststätte Goldene Kro
Vom ersten Stock des Kulturbüros projiziert ein Hochleistungsbeamer Bilder an die Fassade der ehemaligen Gaststätte Goldene Krone, die helfen, sich in der Geschichte zurecht zu finden, so dass keine historischen Vorkenntnisse nötig sind. (Foto: Alexander Ourth)
Aalener Nachrichten

Karten: Kulturbüro der Stadt Feuchtwangen, Marktplatz 2, 91555 Feuchtwangen, Telefon 09852 / 904 44, E-Mail karten@kreuzgangspiele.de und unter www.kreuzgangspiele.de. Plätze sind genügend vorhanden. Wer will, darf seinen eigenen Klapp- oder Campingstuhl mitbringen.

Die Stadt Feuchtwangen feiert am 18. August um 21 Uhr mit dem „Großen Spiel“ die erste Erwähnung des Benediktinerklosters vor 1200 Jahren, das Ursprung und Kern der heutigen Innenstadt ist und das seit über 70 Jahren die Kreuzgangspiele beherbergt.

Auch am Beginn der Festspiele stand ein Blick in die Vergangenheit. Gründungsintendant Otto Kindler hatte seinerzeit ein Theaterstück verfasst, das in den letzten Tagen des 30-Jährigen Krieges spielt. Das Stück mit dem Titel „Die Glocken von 1648“ eröffnete damals jedoch nicht die Kreuzgangspiele, sondern Goethes „Faust I“.

Zur Inspirationsquelle für viele Theatermacher wurde es dennoch, jüngst auch für Regisseur Alexander Ourth, der das „Große Spiel“ am 18. August inszeniert. Anlässlich des Jubiläums sollte ein Stück entstehen, das Geschichte und Gegenwart miteinander verbindet, das den „Glocken“ von Kindler eine zeitgenössische Perspektive zur Seite stellt. Wichtig ist Ourth, die heutige Sicht auf die Dinge der Vergangenheit. Das historische Wissen um die Ereignisse des 30-Jährigen Krieges hat er sich selbst für dieses Projekt erarbeitet. Dabei ist er tief in die Geschichte Feuchtwangens und der gesamten Region eingetaucht. Er fühlt sich der Stadt nun näher, verbundener, sagt Ourth.

Entstanden ist ein Stück, das die Stadt in den Mittelpunkt stellt, sie zum Beispiel macht, und das die Geschichte im Großen auf die Verhältnisse im Kleinen herunterbricht und damit das unmittelbare Lebensgefühl der Menschen dieser Zeit erfahrbar macht. Neben der Stadt Feuchtwangen als personifizierter Frau, dargestellt von den Schauspielerinnen Linda Prinz, Doris Otto, Gabriele Fischer, Sina Schulz und Lisa Ahorn, treten der Krieg, die Pest oder ein Feldherr als Allegorien auf. Daneben gibt es Szenen am Wiener Hof und Erzählertexte, die den Ablauf der Ereignisse skizzieren, so dass das Publikum ohne geschichtliche Vorkenntnisse folgen kann. Ourth spricht von einer „offenen Form“, die sowohl das szenische Spiel, als auch den kritischen und teilweise satirischen Blick auf die Ereignisse möglich macht.

Ourth ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des multimedialen Theaters. Mit seiner „Argula“ hat er das 2017 bereits unter Beweis gestellt. Auch beim „Großen Spiel“ wird es wieder große Projektionen geben. Die Klangteppiche dazu stammen von Michael Reffi. 15 Schauspieler des Kreuzgang-Ensembles gestalten den Abend.

Das „Große Spiel“ ist Show und Spektakel mit Wrestling-Szenen und pyrotechnischen Effekten, mit großen Theatergesten und atmosphärischem Soundtrack. Zugleich stellt es ausgehend von der Geschichte des 30-Jährigen Krieges philosophische Fragen, die hochaktuell sind: Was ist Krieg? Und ist eine Menschheit ohne Krieg möglich? Und es wirft den Blick auf ein vereintes Europa, das es geschafft hat inzwischen über 70 Jahre Frieden zu erhalten.

Karten: Kulturbüro der Stadt Feuchtwangen, Marktplatz 2, 91555 Feuchtwangen, Telefon 09852 / 904 44, E-Mail karten@kreuzgangspiele.de und unter www.kreuzgangspiele.de. Plätze sind genügend vorhanden. Wer will, darf seinen eigenen Klapp- oder Campingstuhl mitbringen.

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