Ein Ende der Verkehrsmisere rückt näher

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 Mit der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Untereschach beschäftigte sich der Ortschaftsrat. Baubürgermeister Dirk Bastin verspra
Mit der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Untereschach beschäftigte sich der Ortschaftsrat. Baubürgermeister Dirk Bastin versprach auf Kritik aus Reihen der Ortschaftsräte baldige Informationen zum Stand der Vorplanungen. (Foto: Archiv: Elke Obser)
Anton Wassermann

Gut ein Jahr nach der Eröffnung des Südabschnitts an der neuen B 30 hat der Durchgangsverkehr in Untereschach zwar deutlich abgenommen. Aber für die Radfahrer und Fußgänger ist die Situation noch immer so, wie sie seit Jahrzehnten war. Jetzt zeichnet sich ein Ende der Misere ab. In seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch gab der Ortschaftsrat den Planern genaue Vorgaben für ihr weiteres Vorgehen bei der Ausarbeitung eines Planentwurfs.

Andreas Weber von der Planungsgruppe Kölz informierte das Gremium über den aktuellen Stand der Vorplanung und ihre verschiedenen Varianten.

Wie sehr dieses Projekt den Eschachern auf den Nägeln brennt, war auch an der hohen Besucherzahl abzulesen. Baubürgermeister Dirk Bastin warb um Verständnis für die Verzögerungen. Corona habe dazu ebenso beigetragen wie die angespannte Haushaltslage der Stadt. Aber auch die Festlegungen, die beim Planfeststellungsbeschluss für die neue B 30 getroffen wurden, engen laut Bastin den Planungsspielraum ein: „Wir müssen uns auf das Machbare konzentrieren. Wenn wir alles auf einmal wollen, laufen wir Gefahr, dass nichts geht.“

Doch die Stellungnahmen aller Fraktionen machten deutlich, dass diese Botschaft schon vor der Sitzung angekommen war. Sowohl Martin Schütterle (CDU) als auch Franz Hanßler (Grüne) und Franz Fischer (SPD) plädierten für Lösungen, die ohne einen Kreisverkehr auskommen und bei denen der Fahrradverkehr auf zwei Randstreifen verläuft, die mit Fahrbahnmarkierungen vom motorisierten Verkehr abgesetzt sind. Für eine solche Lösung plädierte auch FDP-Ortschaftsrat Georg Frede.

Unterschiedliche Meinungen gab es nur bei der Frage, an welcher Stelle die Linienbusse in der Ortsmitte halten sollen. Die CDU-Fraktion wäre damit einverstanden, dass die Busse auf der Ortsdurchfahrt halten, auch wenn dort der Platz für eine Haltebucht fehlt. „Wenn die Autos hinter dem stehenden Bus anhalten müssen, gibt es automatisch eine Verkehrsberuhigung“, meinte Martin Schütterle.

Hubert Fischer gab hingegen zu bedenken, dass hier die Endstation der Buslinie ist und daher die Busse bis zu zehn Minuten stehen können. Daher plädierte Fischer dafür, den bisherigen Standort in einer Seitenstraße beizubehalten.

Ortsvorsteher Thomas Faigle könnte sich eine Kombinationslösung vorstellen. Das Planungsbüro erhielt vom Ortschaftsrat daher den Auftrag, entsprechende Vorschläge in den Planentwurf einzuarbeiten. Ansonsten wird es sich darauf konzentrieren, wie die Fahrbahnverschränkungen an den beiden Ortseinfahrten bemessen sein sollen und wie groß die innerörtlichen Abbiegeradien werden.

Verhaltene Kritik gab es aus den Reihen des Ortschaftsrats daran, dass im bisherigen Planungsverfahren die Bürger nicht nach ihren Vorschlägen und Wünschen gefragt worden sind. „Wir befanden uns bisher im Stadium der Vorplanung, in dem alle denkbaren Varianten auf ihre Machbarkeit hin abgeklopft werden. Das Ergebnis dieser Überlegungen wollten wir erst dem Ortschaftsrat vorstellen, bevor wir in eine Bürgeranhörung gehen“, sagte der Baubürgermeister und versprach: „Darüber werden wir jetzt auch sehr bald die Bürger informieren.“ In welcher Form das geschehen wird, hänge aber sehr stark vom weiteren Verlauf der Corona- Pandemie ab.

Im Vorfeld der Sitzung hatten die Ortschaftsräte bereits zahlreiche Einzelgespräche geführt. Dabei kam auch immer wieder zur Sprache, dass durch die gesamte Ortschaft nach wie vor sehr viel Schwerlastverkehr rollt. „Wir müssen genau untersuchen, welche Ziele die Lkw anfahren, um zu wissen, wie wir hier den Verkehr auch großräumig besser lenken können“, betonte Bürgermeister Bastin. An ihn richtete sich die dringende Bitte vieler Eschacher, dass die politische Führung in Ravensburg nicht nachlassen dürfe in ihrem Bemühen, dass so bald wie möglich der Molldietetunnel gebaut wird.

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