Ein Abbild der ProA-Saison

 Trainer Domenik Reinboth (rechts) mit seinen US-Profis Christian Oshita (links, verdeckt), Kameron Hankerson (Nummer 6) und Jac
Trainer Domenik Reinboth (rechts) mit seinen US-Profis Christian Oshita (links, verdeckt), Kameron Hankerson (Nummer 6) und Jack Pagenkopf (Mitte). (Foto: Imago Images/Eibner)
Schwäbische Zeitung

Zu gerne hätte das Team Ehingen Urspring wenige Tage nach dem Heimsieg gegen den Tabellensechsten Schwenningen (88:69) in der Zweiten Basketball-Bundesliga ProA einen weiteren Play-off-Teilnehmer überrascht. Doch dies gelang am Mittwochabend im Nachholspiel beim Tabellenzweiten MLP Academics Heidelberg nicht. Den Favoriten geärgert hat die Mannschaft von Trainer Domenik Reinboth, geschlagen hat sie ihn aber nicht. Heidelberg siegte 95:72.

Anfangs hatte man den Eindruck, als wollten die Academics die Aufgabe gegen Ehingen Urspring zwischen ihren beiden Top-Spielen gegen Jena (am Ostermontag) und Bremerhaven (am letzten Hauptrundenspieltag am Samstag) so im Vorbeigehen erledigen. Doch das war mit dem mutigen Schlusslicht nicht zu machen. Im Gegenteil: Die Heidelberger bekamen zu spüren, wie es ist, wenn die junge, talentierte Mannschaft von Domenik Reinboth richtig ins Rollen kommt. „Beeindruckend, was wir in den ersten acht Minuten geleistet haben“, sagte der Trainer des Teams Ehingen Urspring. „Ärgerlich aber, dass wir das dann innerhalb von zwei Minuten wieder weggeschmissen haben.“ Zumindest zu einem Teil.

In den ersten acht Minuten des Spiels war fast jeder Wurf der Gäste im Korb gelandet – und weil es Ehingen Urspring bevorzugt von jenseits der Dreierlinie versuchte und Heidelberg im Gegenzug selten traf, wuchs der Vorsprung rapide an. Schnell waren es zehn Punkte (1:11), fünf Minuten später mehr als 20 (9:31) und kurz darauf 24 (9:33). Von ihren bis dato acht Distanzwürfen hatten die Gäste dank der Treffsicherheit ihrer drei US-Profis Christian Oshita, Kameron Hankerson und Jack Pagenkopf sieben verwandelt, während die Academics in den ersten acht Minuten keinen einzigen getroffen hatten.

Erst in der Schlussminute des ersten Viertels fiel auch der erste Dreier der Heidelberger in den Korb – der Absender war Niklas Würzner, der wesentlich dazu beitrug, dass der hohe Rückstand seiner Mannschaft noch im ersten Viertel halbiert und in der Folge ausgeglichen wurde. Noch im ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams vor einem Monat war der Point Guard der Academics unter seinen Möglichkeiten und ohne Punkt geblieben, diesmal war er maßgeblich dafür verantwortlich, dass Heidelberg nach dem 91:85 in Ehingen nun auch das Heimspiel für sich entschied. Würzner sei in der Defensive überall gewesen und habe offensive „ganz wichtige Plays“ gemacht und auch selbst getroffen, so Reinboth. „Er war für mich der spielentscheidende Mann.“ Mit 15 Punkten war Niklas Würzner neben Jordan Geist Topscorer des Tabellenzweiten.

Zu Würzner, der mit einer Trefferquote von 86 Prozent aus dem Feld bestach, und Geist gesellte sich später noch Sa’eed Nelson, der unglücklich begann, sich in der zweiten Halbzeit aber deutlich steigerte. Keine Hauptrolle spielte, anders als noch im ersten Duell vor einem Monat, Shaun Willett. Auf sieben Punkte kam der US-Profi diesmal, 17 waren es im Spiel in Ehingen. Auch bei den Rebounds blieb er klar unter dem Wert der ersten Begegnung (19), doch mit immer noch zehn trug Willett zur erneuten Rebound-Überlegenheit der Academics bei.

„Der physische Druck war schließlich zu groß“, nannte Ehingen-Urspring-Coach Reinboth einen der Gründe, warum die Academics ihr Heimspiel am Mittwoch im letzten Viertel noch recht deutlich für sich entschieden. Unterm Strich war es für Reinboth einen ärgerliche Niederlage, weil mehr drin war – zumal nach dem phänomenalen Start. „Das Spiel spiegelt unseren Saisonverlauf wider“, so der Trainer. „Wir sind nicht konstant genug.“ Einen Vorwurf machte er keinem seiner Spieler, von denen gegen Heidelberg mehr als die Hälfte erst 20 Jahre oder noch jünger war. Die jungen Center Daniel Helterhoff (18 Jahre) und Mathias Groh (18) kamen auf deutlich mehr als zehn Minuten Spielzeit und punkteten wie schon gegen Schwenningen, Helterhoff kam gegen Heidelberg auf sechs und Groh auf vier Zähler. Während für Helterhoff und Groh Einsätze in der ProA nichts Neues mehr sind, gab es für den lange verletzten und erst 17-jährigen Flügelspieler Jonathan Diederich die ersten knapp fünf Minuten in der Zweiten Bundesliga der Männer. Gepunktet hat er noch nicht, sein einziger Wurfversuch landete nicht im Korb.

Eine Chance zum Erfolg gibt es für das gesamte Team Ehingen Urspring noch in dieser Saison, am Samstag zum Hauptrundenabschluss gegen Trier. „Wir werden voll motiviert ins letzte Spiel gehen“, so Reinboth. (aw)

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