Eilts-Elf vor EM-Aus: Neuer-Patzer und Lethargie

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Mit hängenden Köpfen schlichen die deutschen Nachwuchsfußballer zum Mannschaftsbus. Nach dem 1:1 (1:1) im Playoff-Hinspiel gegen Frankreich sind die Hoffnungen des DFB an der U-21-EM 2009 in Schweden teilnehmen zu können, auf ein Minimum gesunken.

„Wir sind zwar keineswegs ausgeschieden, müssen aber mehr zeigen, als nur 20 Minuten aggressiven Fußball“, sagte DFB-Kapitän Marc-Andre Kruska mit versteinerter Miene. Im entscheidenden Rückspiel am 15. Oktober in Metz sind die deutschen Youngster gegen äußerst gut strukturierte Franzosen unter Zugzwang. Wie vor zwei Jahren, als die U 21 in der EM- Relegation an England scheiterte (0:1, 0:2), verpasste es die Mannschaft von DFB-Trainer Dieter Eilts auch am Freitag in Magdeburg sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Verzichten muss Eilts auf Mittelfeldspieler Sami Khedira vom VfB Stuttgart, der sich eine Sprunggelenksverletzung zuzog.

Ashkan Dejagah vom VfL Wolfsburg brachte die Gastgeber zwar nach 14 Minuten in Führung, doch nach dem Ausgleich durch Younes Kaboul (23.) verfielen die DFB-Youngster in eine schon oft gezeigte Lethargie und überließen den Franzosen das Feld. „Das Gegentor war ein Schock“, meinte Eilts, der keine andere Erklärung für den spielerischen Einbruch seiner Schützlinge finden konnte. Torwart Manuel Neuer, der vor dem Ausgleich einen Eckball unterlief, wollte der Coach keinen Vorwurf machen. „Ich habe versucht, dranzukommen, der letzte Schritt hat gefehlt“, erklärte der Keeper von Schalke 04 seinen Patzer. „Dem Rückspiel gilt unsere ganze Konzentration“, meinte Neuer, während sein Trainer hilflos wirkte. „Auch Frankreich steht unter Druck, wir können uns steigern“, sagte Eilts.

Von Matthias Sammer erhielt Eilts keinen Beistand. Der DFB-Sportdirektor hatte das Magdeburger Stadion wegen „dringender Termine“ mit dem Abpfiff verlassen, zuvor aber Eilts mit dem deutschen U-20-Horst Hrubesch einen neuen Assistenten an die Seite gestellt. „Das dient der Bündelung der Kräfte“, begründete Sammer. Derlei Hilfestellungen unter den DFB-Trainern sind zwar keine Seltenheit, Hrubesch gehört allerdings zum Kreis der potenziellen Nachfolger von Eilts, dessen Vertrag beim DFB 2009 ausläuft. Als Hrubesch im vergangenen Juli die deutsche U 19 zum EM-Titel führte, lobte Sammer bei ihm die Siegermentalität, die der Sportdirektor bei der U 21 so oft vermisst.

Während sich nicht nur der von der A-Nationalmannschaft abgestellte Mönchengladbacher Marko Marin steigern soll, drohen die Franzosen mit einer gehörigen Aufwertung ihrer ohnehin schon starken Mannschaft. Aus dem A-Team, das am 14. Oktober ein Testspiel gegen Tunesien bestreitet, stehen gleich fünf Stars, darunter Karim Benzema aus Lyon und Samir Nasri vom FC Arsenal London, dem Nachwuchs zur Verfügung. Ob Frankreich auch von diesen Möglichkeiten Gebrauch macht, ließ Trainer Erick Mombaerts noch offen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen