Eigenmächtig in die Klinik: Krankenversicherung zahlt nicht

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Patient, der sich eigenmächtig in einer sogenannten gemischten Klinik stationär behandeln lässt, hat keinen Zahlungsanspruch gegen seine private Krankenversicherung.

Das berichtet die Fachzeitschrift „OLG-Report“ unter Berufung auf einen Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz. Wenn eine Klinik sowohl als Krankenhaus als auch als Sanatorium fungiere, müsse der Patient zuvor das Einverständnis der Krankenversicherung für die konkrete Behandlung einholen (Aktenzeichen: 10 U 1243/07).

Das Gericht wies mit seinem Beschluss die Zahlungsklage eines Patienten gegen seine private Krankenversicherung ab. Der Kläger hatte sich einer stationären Behandlung in einer Klinik unterzogen, die nicht nur als Krankenhaus arbeitet, sondern auch die typischen Therapien eines Sanatoriums vornimmt. Die Krankenversicherung weigerte sich deshalb, den Aufenthalt zu bezahlen. Der Kläger hätte sich die Behandlung zuvor genehmigen lassen müssen.

Das OLG teilte diese Auffassung. Die Richter werteten es als unerheblich, wie der Aufenthalt des Klägers medizinisch und pflegerisch ablief. Die Versicherung habe ein Interesse daran, bei gemischten Kliniken vorher gefragt zu werden. Denn dies erspare im Nachhinein strittige Abgrenzungsfragen zur Art der Behandlung. Eine Ausnahme gelte nur bei Notfällen.

Details zum Urteil: www.justiz.rlp.de

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