Ehrgeiz, Fußball, Engagement gegen rechts – Was Marteria und Casper verbindet

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Die Rapper Marteria (links) und Casper haben ein gemeinsames Album veröffentlicht.
Die Rapper Marteria (links) und Casper haben ein gemeinsames Album veröffentlicht. (Foto: Christian Hedel/Magneticmeat)
Deutsche Presse-Agentur
Jenny Tobien

Die Idee stand schon lange im Raum, aber immer wieder war etwas dazwischengekommen. Alben, Tourneen, andere Projekte. Und dann ging es doch ganz schnell: Casper und Marteria, zwei der erfolgreichsten deutschsprachigen Rapper, haben ihr gemeinsames Album „1982“ vorgelegt.

„Wir fanden uns schon lange sympathisch, waren Fans von der Musik des jeweils anderen. Aber die Arbeit an dem Album war ein ganz neues Kennenlernen“, sagt Casper. Benjamin Griffey alias Casper wird 1982 in Ostwestfalen als Sohn einer Deutschen und eines US-Soldaten geboren. Die Kindheit verbringt er größtenteils im US-Bundesstaat Georgia. Später geht es zurück nach Deutschland. Teenagerjahre in Ostwestfalen, abgebrochenes Studium in Bielefeld. Es folgt der Weg nach Berlin mit dem großen Traum von der Musikkarriere. Und dann, nach längerem Anlauf, drei Nummer-1-Alben in Folge – vom Meilenstein „xoxo“ über „Hinterland“ bis „Lang Lebe der Tod“.

Auf der anderen Seite der Mauer, in Rostock, kommt Ende 1982 Marten Laciny auf die Welt. Aufgewachsen in einer „roten Familie“ wird er auch durch den Anschlag auf die Asylbewerber-Unterkünfte im Stadtteil Lichtenhagen sozialisiert. Der Junge kickt in der Jugend von Hansa Rostock, landet in der U-17-Nationalmannschaft. Später arbeitet er als Model in New York, von dort geht es zur Schauspielschule nach Berlin. Auch er hat den großen Musikertraum und später dann den langersehnten Durchbruch.

„Uns verbindet der unbedingte Wille, Musiker zu werden, aber auch, dass der Weg dahin ein ganz krasser Kampf war“, sagt Casper. Und es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten: Eine starke Verbindung zu ihren kleinen Städten, zu den Fußballclubs in Rostock und Bielefeld. Außerdem heiraten beide in etwa zeitgleich in Las Vegas.

Ehefrauen mit Selbstbewusstsein

Ihren Ehefrauen ist auf „1982“ der Song „Denk an Dich“ gewidmet. „Das ist schon ein wahnsinniger Life-style, den die beiden mitmachen. Das erfordert viel Stärke und Selbstbewusstsein“, erklärt Marteria. Begleitet werden die Musiker bei dem Song von der australischen Sängerin Kat Frankie. Der zweite Gastauftritt geht an Monchi, für die beiden „eine der spannendsten Figuren der Popkultur“. Der Feine-Sahne-Fischfilet-Sänger ist bei dem melancholischen Song „Absturz“ zu hören.

Die zehn Songs entstehen bei gegenseitigen Heimatbesuchen in Ostwestfalen und an der Ostsee sowie bei Sessions im Berliner Umland. Sie schätzen und ergänzen einander – Casper, der absolute Musiknerd, und Marteria, dem das Texten leichter von der Hand geht. „Wir haben einfach gemacht, worauf wir Bock hatten“, so Marteria.

Diese Lockerheit ist den Songs anzuhören. Immer wieder geht es um Jugend, Heimat, Freundschaften und die Karriere mit ihren Höhen und Tiefen. Die erste Single „Champion Sound“ ist eine verspielte Angeberhymne über den Erfolg der beiden. „Supernova“ erzählt von einer magischen Nacht mit alten Freunden. Politische und gesellschaftskritische Töne gibt es dagegen eher vereinzelt zu hören, etwa bei „Willkommen in der Vorstadt“.

Engagement gegen rechts

Marteria, Casper, die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet sowie Kraftklub und Trettmann spielen am Montag, 3. September, ein Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt in der Chemnitzer Innenstadt.

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