Ehrenamtliches Engagement: Neues Projekt startet

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Deutsche Presse-Agentur

Am 1. Januar startet der „Freiwilligendienst aller Generationen“. Schon jetzt wurden 30 Leuchtturmprojekte benannt. Hinter diesen „Leuchttürmen“ verbergen sich Initiativen und Netzwerke freiwilliger Helfer.

Sie engagieren sich gegen Gewalt in Schulen, werben in Firmen für ehrenamtliche Einsätze oder helfen als Techniker aus. Was jetzt schon viele Tausend Menschen tun, will das Bundesministerium für Familie und Senioren mit dem neuen Freiwilligendienst ausbauen. Die Helfer verpflichten sich dabei für einen mindestens halbjährigen Einsatz.

Einer Studie zufolge leisten die Deutschen 4,6 Milliarden Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Jahr. Mehr als ein Drittel aller Bürger engagiert sich zum Beispiel im sozialen Bereich oder für die Umwelt. Die Studie zeigte außerdem: Unter den derzeit nicht Engagierten könnten sich knapp 40 Prozent vorstellen, das zu ändern. Genau diese Personen soll der neue Freiwilligendienst ansprechen.

Seit Anfang November stehen die 30 Leuchtturmprojekte fest, die für drei Jahre vom Bund gefördert werden. Eines davon ist das Netzwerk 10+ in Köln, hinter dem unter anderem das Deutsche Rote Kreuz und die Kölner Freiwilligen Agentur stehen.

„Wir suchen Menschen, die sich für 20 Wochenstunden oder mehr engagieren wollen“, sagt Geschäftsführerin Ulla Eberhard. Interessenten haben rund 30 Angebote zur Auswahl - sie können zum Beispiel an einer Ganztagsschule das Nachmittagsprogramm mitgestalten, in einem Begegnungszentrum mit muslimischen Frauen Deutsch üben oder in einem Theater bei der Technik helfen. Aufgabe der Freiwilligenagentur ist es, Ehrenamtliche und Hilfesuchende zusammenzubringen.

Helfer und Projektmitarbeiter schließen einen Vertrag. Darin ist neben dem Urlaub auch eine Aufwandsentschädigung von 100 bis 250 Euro im Monat festgelegt, sagt Eberhard. Ob es eine Aufwandspauschale gibt und wie hoch diese ausfällt, entscheiden die Projekte, erläutert ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums. Von der Bundesregierung ist festgelegt, dass die Helfer im neuen Freiwilligendienst mindestens ein halbes Jahr lang für acht Stunden pro Woche zur Verfügung stehen müssen. Dafür haben sie Anspruch auf Fortbildungen von mindestens 60 Stunden pro Jahr.

Bei den Senior Partner in School - einem weiteren Leuchtturmprojekt - durchlaufen die Freiwilligen zunächst eine 80-Stunden-Schulung. Dort werden sie als Konfliktmediatoren ausgebildet. Anschließend gehen sie als Team in Schulen. „Die sind an bestimmten Tagen von der ersten Pause bis Schulschluss in der Schule anwesend“, erklärt Christiane Richter, Vorsitzende und Gründerin des Berliner Vereins. Weil die Schulung zum Mediator so lange dauert, verpflichten sich die Ehrenamtlichen für 18 Monate. „Die meisten bleiben aber viel länger dabei“, sagt Richter. Der Einsatz umfasst in der Regel zehn Stunden pro Woche.

Die Social Angel Stiftung im baden-württembergischen Mundelsheim tritt eher als Multiplikator auf. Die Mitarbeiter kontaktieren Firmen und schlagen dort Präsentationen gemeinnütziger Organisationen vor. Mitarbeiter kurz vor der Rente sollen an ihrem Arbeitsplatz Informationen zu gemeinnützigen Projekten bekommen, bei denen sie sich engagieren können, erklärt Vorstand Jürgen Röser. Die Social Angel Stiftung sucht Ehrenamtliche, die sich als Engagementberater ausbilden lassen und dann Kontakte zu den Unternehmen aufbauen.

Informationen des Bundesfamilienministeriums: www.bmfsfj.de/freiwilligendienste

Internetplattform „das-buergernetz.de“: www.das-buergernetz.de

Wer sich bei den Freiwilligendiensten engagieren möchte, kann sich an eines der 30 Leuchtturmprojekte wenden. Sie stehen auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums. Einsatzorte für freiwillige Helfer vermitteln auch Freiwilligenbüros oder Wohlfahrtsverbände am Ort. Zurzeit wird außerdem die Internetplattform „das-buergernetz.de“ ausgebaut. Vom Frühjahr an soll sie Interessenten im gesamten Bundesgebiet miteinander vernetzen und über Angebote informieren.

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