dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Schwäbische Zeitung

US-Programm zum Kauf von Wertpapieren bis zu 1 Billion Dollar

Washington (dpa) - Die US-Regierung hat ein Programm zum Kauf von Ramschpapieren und faulen Krediten von bis zu einer Billion US-Dollar (740 Mrd Euro) aufgelegt. Im Zentrum stehe dabei ein privat- öffentliches Investitionsprogramm, das mit 75 bis 100 Milliarden Dollar an Staatsgeldern ausgestattet werden soll, teilte das US- Finanzministerium am Montag mit. Ziel sei, privates Kapital für den Kauf dieser Vermögenswerte anzulocken und dadurch die Bilanzen der Banken von diesen erheblichen Belastungen zu befreien. Die Mittel für das „Public-Private Investment Program“ sollen aus aus dem im vergangenen Oktober beschlossenen Rettungspaket für das Finanzsystem kommen. Gemeinsam mit Kreditprogrammen der US- Einlagensicherungsbehörde FDIC und der US-Notenbank soll zunächst der Ankauf von 500 Milliarden Dollar an Giftpapieren und faulen Krediten möglich sein.

Privatbanken: Enteignung nur „ultima ratio“ - rasche HRE-Lösung =

Berlin (dpa) - Die privaten Banken tragen eine Enteignung der Aktionäre des angeschlagenen Finanzkonzerns Hypo Real Estate (HRE) grundsätzlich mit. Eine Enteignung dürfe aber nur die allerletzte Möglichkeit, die „ultima ratio“ sein, betonte der scheidende Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Klaus-Peter Müller, am Montag in Berlin. Die Zeit dränge, eine HRE-Lösung müsse noch im April gefunden werden. „In ruhigeren Zeiten sollte das deutsche Insolvenzrecht weiterentwickelt werden“, sagte Müller. Das Eingreifen des Staates sei momentan nötig. Es dürfe aber nicht von Dauer sein. „Ausstiegsszenarien müssen stets mitgedacht werden“, sagte Müller. Wettbewerbsverzerrungen in Folge der Staatshilfen gebe es in Deutschland nicht.

Neuer Daimler-Großaktionär schließt höhere Beteiligung nicht aus=

Stuttgart (dpa) - Der neue Daimler-Großaktionär, das Emirat Abu Dhabi, schließt eine weitere Aufstockung seiner Beteiligung an dem Automobilhersteller nicht aus. „Eine mögliche Erhöhung des Anteils muss später untersucht werden. Im Moment sind wir zufrieden mit 9,1 Prozent“, sagte der Vorstand der Investmentfirma Aabar, Khadem Al Qubaisi, am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Stuttgarter Konzern. Einen Sitz im Aufsichtsrat strebt der Manager „im Augenblick“ nicht an. „Vielleicht später einmal“, sagte er. Die von der staatlichen Investmentgesellschaft International Petroleum Investment Company (IPIC) kontrollierte Investmentfirma Aabar war am Sonntag mittels einer Kapitalerhöhung bei dem Autobauer eingestiegen. Aabar zahlt 20,27 Euro je Aktie oder insgesamt rund zwei Milliarden Euro.

Konjunktur leidet immer stärker unter Abschwung der Weltwirtschaft =

Frankfurt/Main (dpa) - Die Konjunktur in Deutschland leidet nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank immer stärker unter dem kräftigen Abschwung der Weltwirtschaft. Die zuvor vom Aufschwung besonders begünstigte Industrie habe durch die wegbrechende Nachfrage aus dem In- und Ausland die Erzeugung drastisch eingeschränkt. Zugleich sei auch der Dienstleistungsbereich kaum verzögert in Mitleidenschaft geraten, schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht für März. Nach Einschätzung der Bundesbank hat sich die rezessive Tendenz in der Industrie zu Beginn des Jahres 2009 nochmals verschärft. So sei im Januar die industrielle Erzeugung saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 8,4 Prozent eingebrochen.

RWI rechnet mit tiefster Rezession: Minus von 4,3 Prozent =

Essen (dpa) - Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat seine Konjunkturprognose erneut deutlich gesenkt und rechnet nun mit der tiefsten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik. Für das laufende Jahr werde bei der wirtschaftlichen Entwicklung mit einem Minus von 4,3 Prozent gerechnet, sagte der RWI-Konjunkturexperte Roland Döhrn am Montag in Essen. „Das haben wir in dieser Dramatik so nicht vorhergesehen“, sagte Döhrn. Noch Anfang Dezember hatte das Essener Institut beim BIP ein Minus von nur zwei Prozent vorhergesagt. Erst 2010 rechnet das RWI wieder mit einer leichten Belebung der Konjunktur. Das RWI liegt mit seiner aktuellen Prognose im Mittelfeld der Vorhersagen der führenden deutschen Forschungsinstitute.

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