dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Schwäbische Zeitung

Wirtschaftsflaute trifft deutschen Außenhandel - weniger Exporte

Wiesbaden (dpa) - Die weltweite Wirtschaftsflaute hat dem deutschen Außenhandel im Dezember 2008 erneut ein kräftiges Minus beschert. Die Ausfuhren des langjährigen Exportweltmeisters Deutschland sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,7 Prozent auf 67,4 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Die Einfuhren gingen um 3,3 Prozent auf 60,4 Milliarden Euro zurück. Im November 2008 war der Export sogar um 11,8 Prozent eingebrochen. Das war der stärkste Einbruch für Produkte „Made in Germany“ seit rund 15 Jahren. Schlechte Nachrichten lieferte das Bundesamt am Montag auch zur deutschen Industrie: Demnach sind die Industrieumsätze Ende 2008 in bislang beispielloser Weise eingebrochen.

Wäschehersteller Schiesser stellt Insolvenzantrag

Radolfzell (dpa) - Die Traditionsfirma Schiesser hat Insolvenz beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Unternehmens mit rund 2300 Mitarbeitern sei Volker Grub (Stuttgart) ernannt worden, teilte der Hersteller von Unter- und Nachtwäsche sowie Sportwäsche am Montag in Radolfzell (Baden-Württemberg) mit. Das Unternehmen war 1875 gegründet worden und ist heute eine Tochter der Schiesser Group AG mit Sitz im schweizerischen Küsnacht. Die Schiesser AG hat ihrerseits vier Tochtergesellschaften in Deutschland und neun in anderen europäischen Ländern. Der Umsatz lag 2008 bei 130 Millionen Euro. In Radolfzell beschäftigt Schiesser rund 600 Menschen.

Thomas Cook will Condor komplett von Lufthansa übernehmen

London/Frankfurt/Main (dpa) - Der Ferienflieger Condor verlässt endgültig seine frühere Muttergesellschaft Lufthansa. Der deutsch- britische Touristikkonzern Thomas Cook kündigte am Montag in London an, seine Kaufoption auf das knappe Viertel der Condor-Aktien im Besitz der Lufthansa ausüben zu wollen. Den Kaufpreis von 77,19 Millionen Euro hatte die Lufthansa bereits vor gut zwei Jahren mit der Thomas-Cook-Mutter Arcandor ausgehandelt, die damals noch KarstadtQuelle hieß.

Sparprogramm bei E.ON - Bericht über Konzernumbau bei RWE

Düsseldorf (dpa) - Deutschlands größter Energiekonzern E.ON verordnet sich als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise ein Sparprogramm. „Wir haben ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem wir unsere Leistungen steigern und Kosten senken wollen“, sagte Vorstandschef Wulf Bernotat dem „Handelsblatt“ (Montag). Einzelheiten will das Düsseldorfer Unternehmen an diesem Dienstag mitteilen. Auch beim Wettbewerber RWE stehen einen Zeitungsbericht zufolge Änderungen bevor. Der zweitgrößte deutsche Versorger wolle Erzeugung und Vertrieb deutschlandweit in einer Gesellschaft bündeln und dazu eine RWE Deutschland AG gründen, berichtete „Die Welt“ (Montagausgabe). Aufsichtsratsbeschlüsse sollen in der übernächsten Woche fallen.

SPD und Transnet gegen vorschnelle Ablösung von Bahnchef Mehdorn

Berlin (dpa) - Die SPD und die Gewerkschaft Transnet haben sich gegen eine vorschnelle Ablösung von Bahnchef Hartmut Mehdorn ausgesprochen. Zunächst müsse die Datenaffäre in seinem Konzern aufgeklärt werden. Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner würdigten Mehdorns Leistung als Manager. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte am Montag im Deutschlandradio: „Hartmut Mehdorn hat das Recht, aber auch die Pflicht, jetzt aufzuklären.“

Brüssel will Defizitverfahren gegen mindestens sechs Länder eröffnen

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission will in der kommenden Woche Defizit-Verfahren gegen mindestens sechs EU-Länder eröffnen. Betroffen seien Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich sowie die nicht zum Eurogebiet gehörenden Länder Lettland und Rumänien, hieß am Montag in Brüssel unmittelbar vor einem Treffen der Euro- Finanzminister. Alle Staaten überschritten nach Zahlen der EU- Kommission bereits im vergangenen Jahr die Maastrichter Defizitgrenze von drei Prozent. In allen Fällen droht im laufenden Jahr eine Verschlimmerung der Lage. Brüssel sehe sich deshalb zum Eingreifen verpflichtet. Nach früheren Angaben von EU-Währungskommissar Joaquín Almunia will er sich am 18. Februar zur Haushaltslage in den Mitgliedstaaten äußern.

Verlust der Landesbank LBBW könnte zwei Milliarden Euro übersteigen

Stuttgart (dpa) - Der Verlust der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) könnte für das vergangene Jahr deutlich höher ausfallen als die bisher erwarteten zwei Milliarden Euro. Die Führung der größten deutschen Landesbank halte auch ein Minus von 2,2 Milliarden Euro für möglich, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa in Stuttgart am Montag aus Kreisen der Trägerversammlung. Darin sitzen die Vertreter der Anteilseigner der LBBW. Die Kontrollgremien der Bank, Trägerversammlung und Verwaltungsrat, berieten am Montag über die geplante Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro und über das künftige Geschäftsmodell.

DAX verringert Verluste

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag seine frühen Verluste deutlich eindämmen können. Der DAX lag zum Nachmittag mit einem Minus von 0,21 Prozent auf 4635 Punkte. Aktienhändler sprachen von einer kleinen Verschnaufpause nach dem Plus von sieben Prozent in der Vorwoche. Der MDAX gewann 0,78 Prozent auf 5438 Punkte, der TecDAX rückte um 2,02 Prozent auf 506 Zähler vor. Am Rentenmarkt legte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,08 (Freitag: 3,03) Prozent zu. Der Rentenindex REX fiel dagegen um 0,50 Prozent auf 120,71 Punkte. Der Bund Future verlor 0,26 Prozent auf 121,68 Punkte. Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3008 (Freitag: 1,2796) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7688 (0,7815) Euro.

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