Doppelkekse oft mit Fettschadstoffen belastet

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Deutsche Presse-Agentur

Einige Doppelkekse sind nach einer Untersuchung der Zeitschrift „Öko-Test“ mit Fettschadstoffen belastet. 2 von 19 getesteten Sorten seien daher als „ungenügend“ bewertet worden, teilte die Zeitschrift in Frankfurt mit.

Die Schokoschicht enthalte pflanzliche Fette mit der problematischen Substanz 3-Monochlorpropandiol-Fettsäureester (3-MCPD-Ester). Die zwei als „ungenügend“ getestete Sorten waren dem Verbrauchermagazin zufolge so hoch belastet, dass ein Kind schon mit zwei Keksen die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene tägliche Aufnahme von zwei Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht überschreiten würde.

Weitere 16 enthielten laut „Öko-Test“ nur geringe Mengen der schädlichen Inhaltsstoffe, eine Sorte sei nicht mit dem Fettschadstoff kontaminiert gewesen. Laut einer früheren Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung ist eine kurzzeitige Überschreitung der täglich tolerierbaren Aufnahme bei den 3-MCDP-Estern unbedenklich, eine langfristige Überschreitung hingegen sei „nicht akzeptabel“.

3-MCPD als Bestandteil des 3-MCPD-Esters ist eine schon länger bekannte Substanz, die sich bei Erhitzung von fett- und salzhaltigen Lebensmitteln bildet. Im Tierversuch hat 3-MCPD bei höheren Dosierungen Tumor bildend gewirkt. Wie der 3-MCPD-Ester, der erst im letzten Schritt der Raffination entsteht, wirkt, ist noch unklar. Der Ester liegt im Gegensatz zum 3-MCPD nicht frei, sondern gebunden im Fettmolekül vor. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass der Fettsäureester im Verdauungstrakt praktisch vollständig freigesetzt wird.

Für den Fettschadstoff 3-MCPD-Ester gibt es noch keine gesetzlichen Grenzwerte, da die Substanz erst 2006 entdeckt worden ist. Expertengremien der EU und die WHO empfehlen aber, zwei Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht nicht zu überschreiten.

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