Digitale Bilderrahmen sind elektronische Alleskönner

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Deutsche Presse-Agentur

Sie können Diashows mit passender Hintergrundmusik abspielen, Fotos automatisch drehen, den Wecker ersetzen oder als elektronisches Fotoalbum verwendet werden: digitale Bilderrahmen.

Die Geräte beherrschen mittlerweile eine Vielzahl von Funktionen, die über das bloße Präsentieren von Aufnahmen hinausgehen. Vor rund zwei Jahren kamen die ersten Modelle auf dem Markt, blieben aber von der breiten Masse der Fotofans weitgehend unbemerkt. Mittlerweile seien die kleinen Multitalente aber ein Verkaufsschlager, sagt Constanze Clauß, Sprecherin des Photoindustrie-Verbands in Frankfurt.

Doch worin unterscheiden sich die verschiedenen Modelle? „Von der Qualität sind fast alle gleichwertig“, erläuterte Clauß. „Die teureren haben allerdings mehr Features.“ Dazu gehören zum Beispiel ein integriertes Radio, Kalender, Uhr, Weckfunktion und Fernbedienung. Viele Modelle können neben Fotos auch Musik- und Videodateien abspielen. Ein Großteil der Bilderrahmen verfügt neben einem Slot für die Speicherkarte des Fotoapparats auch über eine Anschlussstelle für einen USB-Stick. Einige sind sogar mit einer internen Festplatte ausgestattet. „Dann kann man die Bilder einfach überspielen und muss nicht die Speicherkarte stecken lassen.“ Um die 4000 Aufnahmen passen auf die meisten Modelle.

Nach Ansicht von Joachim Sauer von der Zeitschrift „Colorfoto“ sind viele der Funktionen jedoch nur Spielereien. „Viel wichtiger ist, dass das Menü ordentlich strukturiert ist.“ Zoom, automatische Rotation, Überblendeffekte und einstellbare Zeitintervalle sind bei den meisten Geräten Standard. Einige besitzen auch ein Bildbearbeitungsprogramm, mit dem Kontrast und Helligkeit nachträglich eingestellt oder rote Augen retouchiert werden können. „Das ist in der Regel aber nur rudimentär ausgestattet. Besser werden die Bilder, wenn man sie vorher auf dem Computer überarbeitet“, rät Sauer. Das verhindere auch Qualitätsverluste, die entstehen, wenn die Bilderrahmen automatisch die Größe des Fotos runterrechnen.

Generell gehe der Trend weg vom klassischen 7- oder 8-Zoll-Rahmen, der einem Foto im Format 10 x 15 entspricht, hin zu größeren oder kleineren Modellen, sagt Annika Hummerich, Sprecherin der Jobo AG. Das Unternehmen zählt zu den großen Herstellern für digitale Bilderrahmen auf dem deutschen Markt. Bilderrahmen mit einem Durchmesser von 15 Zoll - also in etwa die Größe eines Laptop-Displays - seien nicht mehr nur auf Messen, sondern auch in Wohnzimmern vertreten. Vor allem Modelle mit verspiegelter Front seien beliebt. Der Vorteil: „Wenn der Rahmen ausgeschaltet ist, habe ich einen Spiegel und kein totes Bild.“

Verglichen mit den kleineren Modellen haben die 15-Zoll-Versionen jedoch einen entscheidenden Nachteil. Sie verfügen neben dem Netzteil selten über einen Akku. Sie verbrauchen Hummerich zufolge so viel Strom, dass dieser innerhalb kürzester Zeit leer wäre. Kleine Bilderrahmen besitzen dagegen fast immer einen Akku. Dadurch können sie jederzeit von der Wand oder Anrichte genommen und zur näheren Betrachtung am Tisch herumgereicht werden. Doch selbst die kleinen Geräte sind Energiefresser. Nach Schätzung von Sauer leisten sie zwischen 30 bis 80 Watt. „Das macht sich schon bemerkbar, wenn die den ganzen Tag laufen.“

Ob aus Plexiglas, in Mahagoni-Optik, kühlem Silber, neutralem Schwarz oder Weiß - beim Kauf sollten sich die Kunden nach Angaben von Constanze Clauß nicht nur vom Design leiten lassen. Neben einer hohen Bildqualität sei vor allem das Seitenverhältnis wichtig und dass der digitale Rahmen verschiedene Bildformate darstellen kann - also neben dem klassischen 10 x 15 beispielsweise auch 9 x 13 oder 13 x 18.

Verbandssprecherin Clauß empfiehlt, eine Speicherkarte oder einen USB-Stick mit ins Geschäft zu nehmen und die Bilderrahmen gleich mit eigenen Fotos auszuprobieren. „Wie beim Fernseher hängt da viel von der persönlichen Empfindung ab. Der eine mag das Bild lieber rötlicher, der andere gelblicher.“ Laut Sauer ist es außerdem ratsam, sich nicht nur frontal vor den Bilderrahmen zu stellen, sondern auch seitlich davon. Auf vielen Geräten ist das Bild dann nämlich nicht mehr oder nur schlecht sichtbar.

Damit die Fotos auf dem digitalen Bilderrahmen schön scharf sind, sollte er nach Empfehlung des Photoindustrie-Verbands mindestens über eine Auflösung von 1080 x 760 oder 1024 x 768 Pixel verfügen. Beim Kontrast raten die Experten zu einem Verhältnis von 400:1.

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