„Dieser Korridor ist bislang einmalig“

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Schwäbische Zeitung

„Ein solcher Korridor ist bislang sicher einmalig in ganz Deutschland“, sagt Landrat Klaus Pavel. Ab 1. Januar sollen die wichtigsten Durchgangsstraßen östlich der A 7 in Richtung bayerischer Landesgrenze für den Mautausweich- und Schwerverkehr über zwölf Tonnen tabu sein. Und zwar möglichst flächendeckend

Von unserem Redakteur  Eckard Scheiderer

Die Verfügung zur Anordnung der Lkw-Sperrung ab 1. Januar 2011 hat Klaus Pavel seinerseits bereits unterschrieben, jetzt liegt sie beim Stuttgarter Regierungspräsidium. „Ich bin gespannt, wie es in der Praxis funktionieren wird“, meint der Kreischef und ist sich klar darüber, dass es am Anfang ohne regelmäßige Kontrollen nicht gehen wird. Und ebenso sicher ist sich Pavel, dass „wir in den ersten Wochen nach der Sperrung das eine oder andere Problem entdecken werden, das wir dann beheben müssen“: bei der Beschilderung etwa oder weil Lkw-Fahrer plötzlich neue Wege finden, an die bislang keiner gedacht hat. Mit Gelassenheit und Überlegtheit sich das Ganze entwickeln lassen, lautet die Devise des Landrats. Von den Spediteuren in der Region befürchtet er keinen Protest. „Wir haben das Ganze vorab mit ihnen besprochen. Ob etwa – wie in Bayern – der Landesverband aus grundsätzlichen Überlegungen heraus den Rechtsweg dagegen beschreiten wird, lasse sich derzeit nicht abschätzen. Für den Ziel- und Quellverkehr von Lastwagen sind immerhin Ausnahmegenehmigungen möglich.

10,20 Euro werden die pro Fahrzeug auf drei Jahre kosten, sagt Susanne Dietterle, Pressesprecherin des Landratsamts. Mitte Dezember wolle man die Öffentlichkeit umfassend über alle Aspekte der Lkw-Sperrung unterrichten. Vorbereitet für deren Umsetzung sei man bereits. Die Bodenhülsen für die Aufstellung der riesigen Hinweisschilder sind schon montiert, nur mit den Bayern verhandle man noch über die Anbringung jenseits der Landesgrenze. „Wir werden eine einvernehmliche Lösung finden“, deutet Klaus Pavel an, dass die Gespräche derzeit wohl nicht ganz leicht sind.

Als einzige große Straße ausgenommen von der Sperrung wird laut Dietterle vorerst die Bundesstraße 466 von Nattheim über Neresheim nach Nördlingen bleiben. Hier werde man aber verstärkt kontrollieren müssen, ob der Durchgangs- und Mautausweichverkehr nach dem 1. Januar zunehme.

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