Mitten in der Energiekrise: Darum fallen derzeit die Preise für Diesel und Benzin

Tanken
Die Kraftstoffpreise fallen in Deutschland seit Tagen. Das steckt hinter dem Preisrückgang bei Diesel und Benzin. (Symbolbild) (Foto: Marijan Murat (dpa) / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Digital-Redakteurin

Auch Autofahrer aus der Region dürften es in den vergangenen Wochen bemerkt haben: Die Preise für Diesel und Benzin sind abgesackt. Lag der deutschlandweite Preis im Mittelwert für Diesel im Oktober noch bei 2,10 Euro, ist der Preis zum 16. November auf 1,96 Euro abgefallen.

Beim Benzin verhält es sich ähnlich. Laut ADAC lag der Mittelwert im Oktober bei 1,91 Euro, zum 16. November fiel der Preis auf 1,84 Euro. 

Stand Montagmorgen lag der günstigste Dieselpreis in Ravensburg beispielsweise gar bei 1,86 Euro. E10 fiel bei der günstigsten Tankstelle auf 1,78 Euro. 

Diesel und Benzin - Darum ist Sprit gerade so günstig 

Doch wie kann es sein, dass die Kraftstoffpreise mitten in der Energiekrise so deutlich abfallen? Der ADAC hat sich in einer Auswertung der Preise mit diesem Phänomen beschäftigt und macht hauptsächlich zwei Gründe für den Preisabfall aus. 

Zum einen scheint laut ADAC der Nachfrageschub einiger Industriezweige nach Diesel wieder deutlich abgenommen zu haben. Einige Industrien hatten in den vergangenen Monaten Diesel als Ersatz für Gas aufgekauft und waren so für den deutlichen Preisanstieg mitverantwortlich.

"Dieser Nachfrageschub scheint sich mittlerweile wieder abgeschwächt zu haben, was offensichtlich den deutlich überhöhten Dieselpreis fallen lässt", teilt der ADAC mit. 

Bei den abfallenden Benzinpreisen kommt laut ADAC-Kraftstoffmarktexperte Jürgen Albrecht wohl ein anderer Faktor zum Tragen: "Bei Benzin dürfte sich die traditionell niedrigere Nachfrage im vierten Quartal bemerkbar machen", sagte Albrecht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Autofahrer können Preisrückgang weiter befeuern 

Auch der Wettbewerb an den Zapfsäulen habe laut des ADAC-Experten wieder einen stärkeren Einfluss auf das Preisgeschehen. "Die Preise bewegen sich im Moment in die richtige Richtung. Offenbar greift der Wettbewerb wieder etwas besser", sagt Albrecht. Es sei aber noch viel Luft nach unten: "Die Preise sind nach wie vor überhöht – besonders stark bei Diesel."

Autofahrer können den Wettbewerb und damit auch den Preisrückgang weiter befeuern, indem sie sich beim Tanken preisbewusst verhalten, rät der ADAC. Vor der Fahrt zu einer Tankstelle sollten sich Autofahrer über die aktuellen Preise im Umkreis informieren, und zwischen 20 und 22 Uhr gezielt die günstigste Tankstelle ansteuern.

Auswertungen des ADAC zeigen, dass man insbesondere abends im Schnitt zwölf Cent je Liter gegenüber den Morgenstunden sparen kann. 

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