„Diese Nacht“: Vision einer Menschheit ohne Moral

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Deutsche Presse-Agentur

Der seit den 90er Jahren nur noch sporadisch als Filmemacher arbeitende Werner Schroeter hat mit seinem aktuellen Werk „Diese Nacht“ einen Roman von Juan Carlos Onetti verfilmt und damit einmal mehr seine ungebrochene Liebe zu allem Melodramatischen unter Beweis gestellt.

Der eigenwillige Regisseur war zu den Filmfestspielen von Venedig eingeladen worden, wo er 2008 mit dem Sonderpreis der Jury für sein „innovatives, kompromissloses und oft provokantes“ Werk ausgezeichnet wurde. Im Mittelpunkt steht der 40-jährige Ossorio, Held einer gescheiterten Widerstandsbewegung. Er kehrt in seine Heimatstadt Santa Maria zurück, in der Hoffnung, dort alte Verbündete und die einstige Geliebte zu treffen. Aber die Stadt versinkt in Chaos und Gewalt. Es herrschen nackte Willkür und perfider Verrat. Noch dazu breitet sich eine Cholera-Epidemie aus. Verzweifelt versuchen die Menschen, sich in Sicherheit zu bringen. Auf der Suche nach der Geliebten begibt sich Ossorio auf eine Odyssee durch ein Labyrinth des Schreckens, aus dem es kein Entkommen gibt.

(Diese Nacht, Frankreich/Deutschland u.a. 2008, 118 Min., FSK ab 12, von Werner Schroeter, mit Pascal Greggory, Bruno Todeschini, Amira Casar)

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