Diehl Aviation setzt Wachstumskurs fort

Lesedauer: 4 Min

Das Firmengelände von Diehl Aviation (vormals Diehl Aircabin) in Laupheim.
Das Firmengelände von Diehl Aviation (vormals Diehl Aircabin) in Laupheim. (Foto: Roland Ray)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Laupheim (sz/ry) - Die Nürnberger Diehl-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2017 den Konzernumsatz um 9,9 Prozent auf 3,75 Milliarden Euro gesteigert. Das Wachstum beflügelt hat einmal mehr der Teilkonzern Aerosystems, der seit April unter der neuen Marke Diehl Aviation firmiert. Unter diesem Namen ist jetzt auch der ebenfalls in Laupheim ansässige, bisher als Diehl Aircabin bekannte Flugzeugkabinenausstatter am Markt.

Der Teilkonzern, der die Luftfahrtaktivitäten von Diehl bündelt, konnte beim Umsatz erneut kräftig zulegen, wie am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Nürnberg bekannt wurde: von 1,32 auf 1,53 Milliarden Euro. Rund 800 Millionen davon, so die Auskunft eines Diehl-Sprechers im Januar, entfallen auf die Untenehmenseinheit in Laupheim, die vormalige Diehl Aircabin.

Wachstumstreiber A350

Die geschäftliche Entwicklung wurde auch 2017 durch den Produktionshochlauf des Langstreckenflugzeugs A350 geprägt, von dem der Hersteller Airbus im vergangenen Jahr 78 Maschinen ausliefern konnte. Die Laupheimer rüsten die A350 mit vielen selbst entwickelten Komponenten aus: Seitenwände, Gepäck-fächer, Deckenteile, Tür- und Türrahmenverkleidungen, Klimarohre, Ruheräume für die Crew.

Hinter den Erwartungen zurück bleibt dagegen seit einigen Jahren die Nachfrage für das größte Verkehrsflugzeug der Welt, die A380; auch bei diesem Programm ist Diehl mit verschiedenen Arbeitspaketen an Bord. Die aktuell schwache Nachfrage in diesem Bereich werde jedoch durch die Geschäftsentwicklung im Standardrumpf-Segment bis 200 Passagiere und bei der A350 kompensiert, heißt es im Geschäftsbericht.

Ungeachtet des hohen Auftragsbestands bei den Flugzeugherstellern – Diehl Aviation beliefert auch Boeing, Hauptkunde ist aber Airbus – sei derzeit eine Abkühlung des Marktes zu beobachten, verlautete aus Nürnberg. So festige sich die Tendenz, dass im zivilen Flugzeugbau in nächster Zukunft keine grundlegend neuen Programme mehr gestartet werden. „Insgesamt schränkt das die Chancen von Diehl Aviation für das Neugeschäft mit Flugzeugherstellern in den nächsten Jahren stark ein.“ Diese Entwicklung unterstreiche die Bedeutung des neuen Geschäftsfelds Retrofit. Dabei geht es um die Umrüstung und Modernisierung von Flugzeugkabinen. Ihr Lebenszyklus liegt bei fünf bis acht Jahren, dann werden sie in der Regel überholt, neu ausgestattet oder neu gestaltet. Das geschieht häufig auch dann, wenn Passagierjets den Besitzer wechseln.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Diehl Aviation eine Stabilisierung des hohen Produktions-niveaus der A350. Das führe, auch in Anbetracht der prognostizierten Entwicklung in anderen Marktsegmenten, zu der Annahme, dass sich das Wachstum des Teilkonzerns 2018 abschwächen werde.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen