Die Queen is not amused: Harry und Meghan ziehen sich zurück

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Prinz Harry und Herzogin Meghan
Wollen in Zukunft einen Großteil ihrer royalen Verpflichtungen aufgeben: Prinz Harry und Herzogin Meghan. (Foto: Daniel Leal-Olivas / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Silvia Kusidlo

Der britische Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen in Zukunft einen Großteil ihrer royalen Verpflichtungen aufgeben und finanziell unabhängig sein.

Gleichwohl möchten die beiden weiterhin Königin Elizabeth II. (93) unterstützen. Das erklärte das Paar am Mittwochabend in einer Mitteilung, die sie über ihren offiziellen Instagram-Account verbreiteten. Die beiden wollen künftig sowohl in Großbritannien als auch in Nordamerika leben, hieß es darin.

„Nach vielen Monaten des Nachdenkens und der Diskussionen haben wir uns entschieden, in dieser Institution eine neue fortschrittliche Rolle für uns zu finden“, schrieben Harry und Meghan. Sie würden daher als Senior-Mitglieder der Royals zurücktreten - gemeint ist damit der innere Zirkel der königlichen Familie mit zahlreichen Verpflichtungen. Das Paar erhofft sich dadurch, genügend Raum für die Familie und seine Wohltätigkeitsarbeit zu finden.

Mehrere Mitglieder des Königshauses waren aber nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nicht über den Inhalt der Mitteilung vorab informiert worden. Das dürfte für Enttäuschung in der „Firma“ - so nennt sich die königliche Familie intern selbst - gesorgt haben.

Eine offizielle Stellungnahme des Palastes am späten Abend zum Rückzug des Paares fiel mit zwei Sätzen dann auch denkbar knapp aus: Der Herzog und die Herzogin von Sussex - so die offiziellen Titel - seien noch in einem „frühen Stadium“. Man habe Verständnis für ihren Wunsch, sich zu verändern, „aber dies sind komplizierte Angelegenheiten, die Zeit brauchen, um sie zu bearbeiten“.

Harry und Meghan waren in den vergangenen Monaten immer stärker in die Kritik geraten. So war ihnen vorgeworfen worden, dass sie zu sehr auf ihr Privatleben pochten. Erst kürzlich hatten sie sich eine sechswöchige Auszeit von ihren Verpflichtungen genommen und waren mit ihrem Baby Archie nach Kanada gereist. Dort hatte Meghan mehrere Jahre lang als Schauspielerin für die US-Serie „Suits“ gearbeitet.

Bei ihrem ersten Termin nach dem langen Ferien am Dienstag in London bedankten sie sich im Canada House bei der kanadischen Hochkommissarin für das Vereinigte Königreich, Janice Charette, für die große Gastfreundschaft des Commonwealth-Landes. In Kanada hatten Harry und Meghan auch das Weihnachtsfest verbracht, gemeinsam mit Meghans Mutter. Das Paar war beim Wandern und Joggen gesehen worden. Normalerweise wird Weihnachten immer im Kreis der Familie auf dem Landsitz der Queen im englischen Sandringham verbracht.

Zuletzt wurde Harry und Meghan alles mögliche angekreidet - die klimaschädliche Nutzung von Privatjets, die teure Sanierung ihres neuen Wohnsitzes in Windsor und teils auch Meghans Kleidungsstil. Besonders übel wurde ihnen genommen, dass sie bei der Taufe ihres kleinen Sohnes Archie auf ihre Privatsphäre beharrt hatten.

Vor der mehrwöchigen Auszeit von den royalen Verpflichtungen wirkten Harry und Meghan angeschlagen. In einem Fernsehinterview während einer Afrika-Reise hatte Harry eingeräumt, dass er sich mit seinem Bruder William (37) auseinandergelebt habe. „Wir sind derzeit sicherlich auf unterschiedlichen Pfaden.“ Zugleich betonte er, er werde immer für William da sein - und umgekehrt.

Bereits im Frühjahr waren Harry und Meghan aus dem Kensington-Palast in London, auf dessen Grundstück sie mit William und Kate gelebt hatten, ausgezogen. Sie wohnen seither in der Nähe der Queen in Windsor. Harry soll der Lieblingsenkel der Königin sein.

Künftig wird er mit seiner Meghan nun auch in Nordamerika leben. Es gab bereits viele Gerüchte, dass das Paar Großbritannien verlassen könnte. Allerdings tippten viele Royal-Experten auf den falschen Kontinent: nicht auf Amerika, sondern Afrika. Sowohl Harry als auch Meghan hegen eine große Liebe für die Länder südlich der Sahara. Unter dem Sternenhimmel dort sollen sie sich näher gekommen sein.

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