Die Promi-Geburtstage vom 22. Februar 2009: Jonathan Demme

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Deutsche Presse-Agentur

Der amerikanische Regisseur Jonathan Demme hat an diesem Oscar-Sonntag (22. Februar) gleich doppelten Grund zum Feiern.

Es ist sein 65. Geburtstag und Hollywoodstar Anne Hathaway hat beste Chancen eine vergoldete Trophäe als beste Hauptdarstellerin zu holen, von der ein Stück auch Demme gehört. Unter seinen geschickten Regieanweisungen verwandelt sich die sonst so nette Brünette in dem Streifen „Rachels Hochzeit“ in die kaputte, kettenrauchende Schwester der Braut.

Ende März läuft der mit Kritikerlob überhäufte Film, den Demme bei den Filmfestspielen in Venedig als „zeitgenössisches Drama mit Sinn für aggressiven Humor“ beschrieb, auch in den deutschen Kinos an.

Der eigene Regie-Oscar dürfte bei Demme schon Staub angesetzt haben. Den holte er sich bereits 1991 mit dem Psycho-Thriller „Das Schweigen der Lämmer“. Anthony Hopkins machte er als Serienmörder Hannibal Lecter zur unvergesslichen Leinwandfigur, ihm selbst brachte der Gruselschocker den ersten großen Erfolg an den Kinokassen. Mit dem Aidsdrama „Philadelphia“ erntete Demme drei Jahre später wieder reichlich Applaus und eine weitere Oscar-Nominierung. Tom Hanks in der Rolle eines Aidskranken wurde 1994 mit Hollywoods wertvollster Trophäe ausgezeichnet. Demme hatte zuvor bereits die Kritiker mit der Gangsterkomödie „Die Mafiosi-Braut“ begeistert und sich 1988 seine erste Oscar-Nominierung verdient.

Durch seine Vielseitigkeit setzt sich Demme von vielen Hollywood- Kollegen ab. In den letzten fünf Jahren brachte er drei Dokumentarfilme auf die Leinwand, „Jimmy Carter Man from Plains“, „Neil Young: Heart of Gold“ und „The Agronomist“ über den ermordeten Journalisten und Menschenrechtler Jean Dominique aus Haiti. In den 80er Jahren hatte Demme erstmals das Elend in Haiti dokumentiert und die Organisation „Artists for Democracy“ (Künstler für Demokratie) mit begründet.

Aus eigener Tasche finanzierte er Filme über den südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela und einen Verwandten, „Cousin Bobby“, der als radikaler Bürgerrechtler und Priester in dem Armutsviertel Harlem tätig war. Derzeit dreht Demme einen Film über die Reggae-Legende Bob Marley, in enger Zusammenarbeit mit Marleys Familie. Seine Dokumentation „Stop Making Sense“ (1984) über ein Konzert der Rockband „Talking Heads“ zählt nach Meinung vieler Kritiker zu den besten Musikfilmen. Daneben begeistert sich Demme für Musikvideos und stand Popstars wie Bruce Springsteen, Suzanne Vega und Chrissie Hynde als Regisseur zur Seite.

Der 1944 in Long Island (US-Staat New York) geborene Filmemacher hatte sich als Student zunächst für Chemie und Veterinärmedizin eingeschrieben. Neben dem Studium verfasste der Kino-Fan Filmkritiken und Werbetexte für Filmproduktionen. Als er in den 70er Jahren den Low-Budget-Produzenten Roger Corman kennenlernte, wechselte Demme endgültig das Fach und fing als Drehbuchschreiber an. Regie führte er erstmals 1974 bei dem brutalen B-Picture-Film „Das Zuchthaus der verlorenen Mädchen“. Nach weiteren Billigproduktionen fiel er 1980 mit der Tragik-Komödie „Melvin und Howard“ den Kritikern auf. Der Film über die Begegnung des Milliardärs Howard Hughes und eines armen Schluckers wurde mit zwei Oscars ausgezeichnet.

Keinen Erfolg hatte Demme mit dem Remake des Audrey Hepburn/Cary Grant- Thrillers „Charade“. Seine Version „The Truth about Charly“ floppte in 2002 an den US-Kinokassen und kam in Europa gar nicht erst ins Kino. Doch er versöhnte Kritiker und Publikum mit der Neuverfilmung des Kultklassikers „Der Manchurian Kandidat“ (2004). John Frankenheimer hatte 1963 den Thriller über Heimkehrer aus dem Koreakrieg, die einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, mit Frank Sinatra verfilmt. Demme holte Denzel Washington, Liev Schreiber und Meryl Streep vor die Kamera, entführte sie in den Golfkrieg und nach Washington, und lieferte ein packendes Politdrama ab.

Vier Jahre ließ sich der bekennende Liebhaber von Dokumentationen danach Zeit, um mit „Rachels Hochzeit“ wieder einen Spielfilm zu inszenieren. Ein Oscar für Anne Hathaway könnte Demme vielleicht den nötigen Ansporn für häufigere Reisen nach Hollywood geben.

NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND BIEDERMANN, Jeanette deutsche Popsängerin und Schauspielerin 28 22.02.1981 Berlin Deutschland BARRYMORE, Drew amerikanische Schauspielerin 34 22.02.1975 Los Angeles USA BLUNT, James britischer Sänger 35 22.02.1974 Tidworth Großbritannien

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